Die Kanzlerin und die Bundeswehr
von Dirk ~ 16. Dezember 2008. Zu lesen unter: Streitkräfte&Gesellschaft, Verteidigungspolitik, Video.
Aktuell wird Bundeskanzlerin Angela Merkel aus der Opposition ein eher distanziertes Verhältnis zur Bundeswehr vorgeworfen oder vielmehr die mangelnde Nähe und zu wenig klare Worte. So soll sie seit ihrem Amtsantritt im November 2005 insgesamt 50 Auslandsreisen – Teilnahme an internationalen Konferenzen nicht mitgerechnet – unternommen haben, bei denen aber nur eine im Wesentlichen und eine am Rande einem Besuch der Truppe dienten. Im November 2007 reiste Merkel für ein Wochenende nach Afghanistan, im April 2007 besuchte sie anlässlich einer Nahostreise im Hafen von Beirut die Fregatte Brandenburg. Die Antwort der Bundesregierung erteilt durch den Parlamentarischen Staassekretär im BMVg Thomas Kossendey (CDU) auf die Parlamentarische Anfrage des Bundestagsabgeordneten Volker Wissing (FDP) gibt hierüber detailiert Auskunft, schlüsselt aber auch die Inlands-Truppenkontakte auf und das Vorhaben der Kanzlerin 2009 beim Feierlichen Gelöbnis am Reichstaggebäude zu reden.
Noch gestern hatte Angela Merkel im Berliner Kanzleramt Angehörige von Soldaten und Polizisten empfangen, die über Weihnachten im Auslandseinsatz sind. Sie hat den Familien die Hochachtung für die Leistung der Soldatinnen und Soldaten ausgesprochen.
Die Kanzlerin fliegt regelmäßig mit der BMVg-Flugbereitschaft, arbeitet ständig mit dem Wachbataillon zusammen, trifft regelmäßig, fast wöchentlich den Verteidigungsminister und den GI, hat im Kanzleramt eine Spiegelreferat zum BMVg besetzt mit Soldaten, liest morgendlich die Meldungen aus den Einsatzgebieten, macht nahezu täglich Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik – gefühlte Nähe zur Bundeswehr kann sie also täglich verspüren und entsenden und zum Glück ist unsere Bundeskanzlerin Pastorentochter und kein “Flintenweib” mit überausgeprägten Hang zum Militärischen.

Tatsächlich können sich die im Auslandeinsatz befindlichen deutschen Streitkräfte nicht über Besucher-Mangel beklagen, Besuchergruppen aus Regierung und Parlament auf Bundes- und Landesebene sind ein unaufhörlicher Strom, der die Stäbe zwischen Kosovo, Libanon und Afghanistan auf Trab halten, manche Stabssoldaten kommen kaum noch dazu, ihre eigentliche Arbeit zu verrichten, weil ein Politikerbesuch im Einsatzland eine Menge Organisation und Protokoll im Vorfeld verlangt. Jubelveranstaltungen wie bei Truppenbesuchen von George W. Bush (zuletzt am 14. im Irak oder am 15.12 in Afghanistan) als Symbolpolitik braucht in Deutschland niemand, Angela Merkel ist die Bundeskanzlerin für alle Politikressorts, der Verteidigungsminister Dr. Franz-Josef Jung (CDU) und die BMVg Staatssekretäre sowie der Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier (SPD) kommen oft genug in die Einsatzgebiete und die vielen anderen Politiker/innen parteiübergreifend sogar allzu oft. In der Bevölkerung fehlt es entscheidend an Rückhalt, Zuspruch, Solidarität und Anerkennung für die Soldatinnen und Soldaten und das sollte für Politiker ein Heimspiel sein.

Hier ein Wackel-Video darüber, dass die Kanzlerin der Truppe, wann immer sie sie trifft, nahe ist.
Der turkmenische Staatspräsident wurde erwartet. Vorher sagte die Ehrenformation der Bundeskanzlerin noch “Guten Morgen Frau Bundeskanzlerin” und Angela Merkel gratulierte einem Soldaten des Wachbataillons mit Handschlag zum Geburtstag.
(Bildquelle; Dirk Hamel, Soldatenglück.de, Katholische Militärseelsorge.Bundeswehr.de)






















16. Dezember 2008 um 13:50 Uhr
[...] wirft die Opposition der Kanzlerin eine eher distanziertes Verhältnis zur Bundeswehr vor, wie Soldatenglück.de [...]