Feldpost der Bundeswehr

von Dirk ~ 20. November 2008. Zu lesen unter: Bundeswehr, Feldpost.

Der Verfasser dieses Artikels ist Armin Blase, Hauptmann a.D. d.R.

Wurde früher in Deutschland der Begriff “Feldpost” meist in Verbindung mit den schrecklichen kriegerischen Ereignissen im Ersten und Zweiten Weltkrieg in Verbindung gebracht, so ist heute die Feldpost der Bundeswehr ein wichtiges Element und ein Teil der Betreuungsmaßnahmen für die Soldatinnen und Soldaten sowie deren Angehörigen im Auslandseinsatz. Knapp 8.000 Angehörige aller Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche der Bundeswehr verrichten heute bei unterschiedlichen Auslandseinsätzen ihren Dienst. Deutschland ist damit einer der größten Truppensteller für internationale Missionen in der Welt. Im Jahr 2007 konnte die Bundeswehr auf ein Doppeljubiläum zurückblicken (25 Jahre aktive Feldpost [1982-2007] bzw. 15 Jahre Feldpost bei internationalen Auslandseinsätzen [1992-2007]).

1. Von der Übungs- zur Einsatzfeldpost

Wie jeder Staat war auch die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet für einen Verteidigungsfall eine Postversorgung der Streitkräfte und deren Angehörigen sicherzustellen. Erste Überlegungen gehen bis in die 60er Jahre zurück. Hierbei wurde zuerst auf Erfahrungen aus den Weltkriegen zurückgegriffen, wobei dies in der Öffentlichkeit aus Geheimhaltungsgründen wenig publik gemacht wurde. Die Feldpostversorgung gehörte als Teil der Alarm- und Mobilmachung zu den Vorbereitungen für einen Spannungs- oder Verteidigungsfall. So wurden zum Beispiel spezielle Feldpostkarten (MobFormBw… oder AuM/Bw…), die den Angehörigen die eigene Feldpostnummer mitteilen sollten, in den Tresoren bei den Alarmunterlagen der Dienststellen aufbewahrt. Diese wären nach einer gewissen Alarmierungsphase an die Soldaten ausgegeben worden.

Erst im November 1972 wurde eine offizielle “Feldpostvorschrift der Bundeswehr” erlassen, deren Bestimmungen am 06. Juli 1978 in der “Feldpostverordnung” (FpV) ins Amtsblatt des Bundesministers für das Post- und Fernmeldewesen übernommen wurden. Im Gegensatz zu der Feldpostversendung im Kriege wurde jedoch festgelegt, dass bei Übungen (und später bei den Auslandseinsätzen) die Post nicht kostenlos sondern zu Inlandskonditionen frei zu machen sei. Es dauerte dann noch vier Jahre bis in der Zeit vom 25. bis 29. Oktober 1982 die erste Feldpostübung der Bundeswehr mit dem Codenamen “Leuchtendes Morgenrot” bei der 1. (8.) Gebirgsdivision mit insgesamt 40 unterschiedlichen Feldpoststellen stattfand.
Die Teilstreitkraft Heer praktizierte das Verfahren dann weiter in den Großübungen “Flinker Igel” (1984) sowie “Fränkischer Schild” (1986). Zwei Jahre später wurden die damalige Dienststellen des Territorialheeres verstärkt in den Übungen “Landesverteidigung´88″ (1988) und “Holsatia” (1989) mit in die Feldpostversorgung einbezogen. Mit etwas geänderten Verfahren nahm erstmalig die Luftwaffe 1990 an einer Feldpostübung mit Namen “Schneller Start” teil. Weitere Erkenntnisse für die Feldpost wurden bei vier weiteren Manövern der Luftwaffe im Ausland gewonnen. So wurden für die Übungen “Gelbe Schwinge” (1993) auf Sardinien, “Dynamic Guard” (1994) in der Türkei, “Strong Resolve” (1995) in Norwegen und Adventure Exchange (1995) in Spanien die Feldpostversorgung angeordnet. Letztmalig wurde die Feldpost 1997 mit dem Eurokorps wiederum in Spanien während der Übung “Cobra ´97″ geübt. Die Teilstreitkraft Marine nutzte im eigenen, internen Rahmen die Feldpostversorgung bis heute nicht.

2. Die Feldpost im Auslandseinsatz

Das Feldpostverfahren für Soldaten der Bundeswehr wird durch das Bundesministerium der Verteidigung im Grunde dann angeordnet, wenn vor Ort nicht sichergestellt werden kann, dass das interne, nationale Postwesen im Ausland die Post sicher und schnell transportieren kann. Dies ist meist nach kriegerischen Auseinandersetzungen der Fall, da die Strukturen und Organisationen meist zerstört sind. Von “echter” Feldpost bei einem Auslandseinsatz der Bundeswehr kann ab 1992 gesprochen werden. Hier wurde nach den Unruhen durch die Vereinten Nationen in Kambodscha eine befristete Übergangsverwaltung, als “United Nations Transitional Authority” (UNTAC) eingerichtet, wo die Bundeswehr ein Feldlazarett mit rund 130 Sanitätspersonal zur medizinischen Versorgung ab dem 22. Mai 1992 bereitstellte. Mit Datum 28.11.1992 ist der erste (“echte” Einsatz-) Feldpoststempel der Bundeswehr aus Phnom Penh in Kambodscha nachgewiesen. Zwischenzeitlich war eine Vielzahl von Einsätzen auf mehreren Kontingenten hinzugekommen. Weitere abgeschlossen Missionen mit Feldpostversorgung waren im Gesamtzeitraum bis heute in Somalia (UNOSOM), in Kroatien (UNPF/IFOR), in Mazedonien (KVM/TFH/TFF), in Albanien (AFOR), in Bosnien-Herzegowina (SFOR), in Kuwait (ABC-Abwehrkontingent) sowie im Kongo und in Gabun (EUFOR RD CONGO). Auch während kurzzeitlich begrenzten, humanitären Einsätzen der Bundeswehr, wie bei der Tsunamihilfe in Indonesien/Sumatra 2005 oder beim Erdbeben in Pakistan 2006 konnten die Soldaten auf die Feldpost zurückgreifen. Schwerpunkte für die Feldpost der Bundeswehr liegen aktuell (Stand: November 2008) noch in Bosnien-Herzegowina (EUFOR), im Kosovo (KFOR), sowie in Afghanistan und Usbekistan (ISAF).

Interessenten, die Feldpost der Bundeswehr sammeln, sollten sich mit dem Verfasser,
Armin Blase, Postfach 11 16, 24331 Eckernförde (bwfeldpost @ web.de),
in Verbindung setzen.

Bilder:

1. Briefkastenleerung im Feldpostcamp “Task Force Fox” Mazedonien

2. Postbearbeitung im Feldpostamt/Feldpostleitstelle

3. Feldpostanlieferung im Feldpostamt Toplicane/KFOR

4. Postbearbeitung im Feldpostamt Kosodrom/KFOR

5. Feldpostbearbeitung im Feldpostcamp “Task Force Fox” Mazedonien

6. Feldpostcontainer als Werbung für die Feldpostversorgung beim Tag der offenen Tür des BMVg in Berlin

Hintergrundinformationen: Bw-NATO-Feldpost.de

(Bilderquelle- und Bilderrechte:
Bild oben: Einsatz.Bundeswehr.de
Bilder unten 1 – 6: Armin Blase, Eckernförde)

Feldpostadressen aller Einsatzländer
Merkblatt für Feldpostversorgung, Feldpostbeauftragter der Bundeswehr, SKUKdo Log/G 4

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1 Kommentar zu Feldpost der Bundeswehr

  1. Lutz Salden

    Wer mehr über die Feldpost der Bundeswehr erfahren möchte ,sollte die Homepage http://www.bw-feldpost-portal.de besuchen.

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