Intervention im Kongo – Eine kritische Analyse der Befriedungs-politik von UN und EU
von Dirk ~ 14. November 2008. Zu lesen unter: Afrika, Weltregionen.
Die kritische Analyse des IFSH und ithf in Hamburg zur Interventionspolitik von UN und EU kommt passgenau zum wieder neu aufflammenden oder besser ausgedrückt nie erloschenen Konflikt im Kongo. Die EU hat sich u.a. mit Beteiligung der Bundeswehr in 2006 in der RD Congo engagiert, die United Nations haben ihre größte Mission (MONUC) im Congo mit 16.475 UN-Soldatinnen und -Soldaten aus 18 Nationen von Bangladesch bis Uruguaq im Einsatz in Afrika, Kongo ist territorial so groß wie Westeuropa (Karte unten). Die EU-Ratspräsidentschaft Frankreich forderte in der Vorwoche erneut einen EU-Einsatz in Afrika, diesmal mindestens 1.500 EU-Soldaten zur Friedensschaffung im Congo. Soldatenglück.de berichtete darüber.

“Die EU hat Soldaten in die DR Kongo geschickt, um im Rahmen einer UN-Mission demokratische Wahlen
abzusichern. Wenn gilt, dass “kein Land ohne eigene Interessen interveniert” (Joschka Fischer), dann fragt sich, welche Interessen die an der Intervention beteiligten Akteure verfolgten. Ging es um Frieden für das kongolesische Volk, um eine demokratische Rechtsordnung mit einem frei gewählten Parlament und Präsidenten? Oder standen nationale Interessen der intervenierenden Staaten oder Interessen der EU als weltpolitischer Akteur im Vordergrund? Streben die relevanten Akteure im Kongo wirklich eine auf politischer Partizipation aufbauende stabile politische Ordnung an? Was bedeuten die Lehren der Kongo-Intervention für zukünftige Militärmissionen der UN und der EU in Afrika und anderswo?

Hrsg., Privatdozent Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven ist Direktor des Instituts für Theologie und Frieden, ithf, (Hamburg).
Dr. Hans-Georg Ehrhart ist Leiter des Zentrums für Europäische Friedens- und Sicherheitsstudien am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH).
Die Beiträge:
Dominic Johnson
Interessenlagen der Akteure im Kongo bei der Stationierung von EUFOR
Quentin Laurent
The Congolese “Crab Basket” A Matter of what Interests?
David Fuamba
The Complex Nature of the War Matters! Failures and Problems of the Congolese Peace Process
Denis M. Tull
Staatsaufbau in der DR Kongo
Über Anspruch, Realität und falsche Annahmen
Peter Schmidt
Nationale Entscheidungsspielräume in multilateralem Handlungsrahmen – die Europäische Union und die
Vereinten Nationen
Wolfgang Lienemann
EUFOR RD Congo – eine rechtsethische und politische Einschätzung
Ludwig Jacob
Im Interesse der EU oder der DR Kongo?
Der Einsatz der EUFOR RD. Congo zwischen politischen Vorgaben und strategischen Notwendigkeiten
Hans-Georg Ehrhart
Zwischen rationalistischem Kalkül und Logik der Angemessenheit: Zur Ethik des Befriedungskonzepts von VN und EU im Kongo
Paulin Manwelo SJ
Ethical Reflections on the Intervention of the UN and EUFOR in the DR Congo
Michael Brzoska
Sinnvolle Arbeitsteilung oder Schwächung der Vereinten Nationen? Militärmissionen der Vereinten
Nationen und anderer Akteure
Stefan Brüne
Die autonomen Militärmissionen der EU in Afrika – eine erste Bilanz”
Die Beiträge erscheinen in Kürze im Kohlhammer Verlag
Hintergrundinformationen: IFSH.de, ithf
(Bildquelle: MONUC.org)





















