Die vertrauliche Analyse des Auswärtigen Amtes lässt an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Die gut 3.300 deutschen Soldaten in Afghanistan sind zunehmend gefährdet.

In einer NDR/WDR Koproduktion des ARD geht der Fernsehjournalist Hubert Seipel fünf Jahre nach der Vertreibung der selbsternannten Gotteskrieger am Hindukusch der Frage nach, welchen Sinn disser Einsatz der Bundeswehr hat. Das Ansehen der NATO-Mission leidet auch unter der hohen Zahl von Zivilopfern bei den Kämpfen zwischen NATO-Truppen und Taliban.
Die Taliban sind besser ausgerüstet denn je und verfolgen einen Guerilla-Krieg. Auch die Bundeswehr bekommt das hautnah zu spüren. 21 deutschen Soldaten kamen bereits ums Leben und es wird weitere Tote geben. Die Taliban machen keinen Unterschied zwischen U.S.-Kampfbrigaden und deutschen Bausoldaten.

In der Heimat nehmen jenseits der offiziellen Stellungnahmen die politischen Zwistigkeiten zu und die Politiker ringen um das richtige Konzept: abziehen oder aufstocken?
Dabei hatten es sich die Amerikaner und die NATO so schön ausgedacht. 37 Staaten wollten mit 40.000 Soldaten nach dem Krieg Afghanistan die Demokratie beibringen, das Land wieder aufbauen und Taliban- und Al-Quaida Reste vertreiben. Und auch die internationale Aufgabenteilung war bald klar. Amerikaner und Briten verständigten sich aufs Kämpfen und Bombenwerfen, die Deutschen vornehmlich auf Brunnen-Bohren, Schulenaufbau und Polizistentraining. Dann würde auch irgendwann die Demokratie folgen, so dass Kalkül. Und auch die Taliban würden zwischen guten und bösen Soldaten unterscheiden.

Das Ergebnis ist anders. Die Taliban schlachten die hohen Verluste unter der Zivilbevölkerung aus. Sie sind besser ausgerüstet denn je und verfolgen einen Guerillakrieg. Auch die Bundeswehr bekommt das hautnah zu spüren. 21 deutsche Soldaten kamen bereits ums Leben, und es werden mehr Tote werden. Die Taliban haben angekündigt, keinen Unterschied mehr zwischen amerikanischen Kampfbrigaden und deutschen Bausoldaten zu machen. Und mit den Toten werden auch in Deutschland die Debatten lauter über Sinn und Unsinn der Intervention. (weiter…)