Vater des in Afghanistan gefallenen StUffz Patrick Behlke macht Regierung für Ausrüstungsdefizite der Bundeswehr verantwortlich

von Dirk ~ 29. Oktober 2008. Zu lesen unter: Streitkräfte&Gesellschaft, Verteidigungspolitik.

Der Vater (aus dem Landkreis Barnim im Bundesland Brandenburg) einer der beiden am 20. Oktober im Afghanistan-ISAF-Einsatz gefallenen deutschen Soldaten hat der Bundeswehr und der Regierung eine “miserable” Ausrüstung der Einsatzkräfte vorgeworfen.

Sein Sohn hatte sich vor vier Jahren, nach der Lehre als Landschaftsgärtner, für acht Jahre (SaZ8) bei der Bundeswehr verpflichtet, war schon 2006 im Kongo (EUFOR RD CONGO) im Auslandseinsatz. Diesmal hätte der Einsatz bis zum November gehen sollen. Sein Sohn Patrick habe sich selbst eine schusssichere Weste gekauft sowie Ohrenschützer und eine Brille, die gegen Splitter schütze, sagte Michael Behlke (45) in einem heute vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift “Super Illu”. Die Soldaten würden in dem “Krieg in Afghanistan” alleingelassen. Der “Mungo”, dieses angebliche Panzerfahrzeug, ist vollkommen untauglich für den Einsatz in Afghanistan. Das wissen alle Experten, doch nichts geschieht.”
Sein 25 Jahre alter Sohn (StUffz, Z 8), ein 22-jähriger Kamerad (Stabsgefreiter Roman Schmidt, FWDL) sowie fünf afghanische Kinder waren am Montag letzter Woche bei einem Selbstmordanschlag der Taliban in Afghanistan nahe Kunduz getötet worden. Die beiden Soldaten des Fallschirmjägerbataillon 263 waren das 29. und 30. Opfer des Afghanistan-Einsatzes seit dem Jahr 2001. Die Dunkelziffer von gefallenen KSK-Soldaten ist in dieser offiziellen Zählung nicht inbegriffen.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die Soldaten würden mit der bestmöglichen Ausrüstung in den Einsatz geschickt. Dazu gehörten Westen von bestem internationalen Standard, Gehörschutz und Splitterschutzbrillen. Er verwies ferner auf 700 in Afghanistan eingesetzte geschützte Fahrzeuge. Zugleich drückte der Sprecher erneut Trauer und Bestürzung über den Tod der beiden Soldaten aus.

Behlke sagte, er habe mit Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) über die Ausrüstung gesprochen. “Doch der sagte nur, dass alles für die Soldaten getan werde. Das ist nur eine Floskel, wie viele Kameraden von Patrick mir bestätigten.” [...] “Patrick kaufte sich selbst eine schusssichere Weste von den Amerikanern, weil die viel besser sind als die deutschen. Das machten alle seine Kameraden auch. Er kaufte sich Ohrenschützer, weil die nicht zur Ausrüstung gehören, und eine Brille, die gegen Splitter schützt.”
Die Bürger in Deutschland “und vor allem die Politiker müssen aufgerüttelt werden, damit es mehr Sicherheit für unsere Kinder in Afghanistan gibt, wenn ich auch weiß, dass das hundertprozentig nicht möglich ist”, sagte der Soldaten-Vater den Medien.

(Bildquelle: NATO.SHAPE.int)

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9 Kommentare zu Vater des in Afghanistan gefallenen StUffz Patrick Behlke macht Regierung für Ausrüstungsdefizite der Bundeswehr verantwortlich

  1. Klaus

    Deutsche Soldaten verdienen mehr Anerkennung der Bundesregierung und der Bundesbürger . Denn jeder der schon einmahl in Afghanistan als Soldat war und mit Sicherheit vielleicht schreckliches erlebt hat & eventuell ein Trauma erlitten hat , für dem ist es ein vielleicht ein Trost zu wissen das er nicht alleine gelassen wird.
    Das gleiche gilt natürlich auch für die Angehörigen gefallender Soldaten , diese in der Stunde der Trauer oder Hilflosigkeit nicht alleine zu lassen . Ich war zwar nie bei der Bundeswehr ( ich habe damals Ersatzdienst geleistet ) aber meiner Meinung nach sollten gefallende / schwer Verwundete Soldaten mit dem Ehrenkreutz der Bundeswehr, das vor kurzem vorgestellt wurdeausgezeichnet werden Es macht zwar keinem gefallenen Saldaten lebendig aber so sollte man den Soldaten für Ihren Einsatz im Kampf gegen den Terrorismus ehren . Außerdem schlage ich der Bundesregierung vor ein Ehrenmahl für Gefallende Soldaten aus Afghanistan an einem zentralen Ort zu errichten
    Ich appeliere an jeden der diese zeilen liest ´´unsere Jungs “in Afghanistan den nötigen Respekt zu zollen .

  2. Rainer

    Ich bin der Meinung das die Soldaten die in diese Länder gehen damit Rechnen müssen getötet zu werden.Wir haben dort auch nichts zusuchen,wenn in unserm Land fremde Soldaten wären,würden wir diese auch bekämpfen.
    Also Leute echt pech gehabt,hört auf zuheulen,selber Schuld es wird keiner gezwungen dorthin zugehen !

  3. Andy

    Anhand Rainer seiner Fachmeinung und vieler anderer erkennt man wahrlich wer sich mit dem Thema auseinandersetzt oder einfach nur mit der Masse mitschwimmt und entgegen wettert. Der Hintergrund der internationalen Einsätze ist meist vielseitig und nicht immer frei von Diskussionsansätzen aber allein der letzte Satz des oben genannten Kommentars zeugt weder von Respekt noch von Verständniss für die Kameraden und deren Angehörige. Ich denke man sollte heute, gut 50 Jahre nach dem 2. Weltkrieg auch wieder stolz sein können auf die Arbeit die unsere Kameraden im Inland und Ausland leisten ohne sich in politische Schubladen schieben lassen zu müssen. Aber genau das ist das Problem in einer Zeit in der man alles schlechtredet aus dem man keinen privaten Nutzen zieht. Die Bundesrepublik hat sich aus viellerlei Gründen zu einem NATO Beitritt entschieden und steht heute hinter dieser Entscheidung auch wenn die heutigen Umstände/Aufträge nicht die der damaligen Zeit waren.

    “In Gedenke den gefallenen Kameraden”

  4. Volkstreuer

    An sich sollte an den gefallenden Soldaten gedacht werden, ohne Frage. Jedoch sind die US-amerikanischen Interessen, welche der deutsche Soldat heutzutage dient, verwerflich.
    Dieser Krieg ist nicht unser Krieg. Wer sich hintergründich mit den Geschehnissen des 11. September beschäftigt, wird erfahren, daß dieser Krieg nicht mehr, als dazu dient, eine proamerikanische Regierung zu installieren, um deren Absatzmärkte für Rohstoffe zu sichern. Die Bundeswehr ist nunmehr zu einer Vasallenarmee, für nichtdeutsche Interessen verkommen. Und daher ist die Bundeswehr für mich nicht mehr ehrbar. Wer das Märchen vom Terrorismus, das jüngst der Verteidigungsminister anlässlich der Trauerfeier betonte, noch immer glaubt, ist selber schuld. Paradoxerweise erwähnte er, wenn wir nicht nach Afghanistan gehen, kommt der Terrorismus zu uns. Ein Widerspruch in sich, wenn man angesichts der Tatsache bedenkt, daß wir andererseits jährlich tausende von Islamisten in unser Land hineinlassen, denn da haben wir schon einen möglichen Terrorismus bei uns vor der Haustür beheimatet. Und dieser mögliche terroristische Zündstoff, kann sich erst recht entzünden, wenn wir uns in Kriege einmischen, die nicht unsere Kriege sind. Und damit gefährden wir noch zusätzlich unser deutsches Volk. Vielleich ein paar Hinweise, die auch im Netz abrufbar sind: Loose Change (ein kritischer Film zum 11. September)

  5. Ede

    Ich frage mich, wie können wir dort sein nachdem wir selbst noch im 2. Krieg sind? Unsere lieben Verbündeten haben uns bis heute einen Friedensvertrag verwehrt wir leben in einem Waffenstillstand. Völkerechtlich dürfen wir keine Armee haben im Ausland schon gar nicht. Man fordert von uns gleichzeite verweigert man uns ein Recht das jedem Staat zusteht. wir sind bis heute kein souveräner Staat aber übernehmen alle Pflichten koste es was es wolle .
    Wenn wir Öl hätten oder unsere Führung Hussein heißen würde, wäre der Amerikaner wegen dieses Völkerrechtverstoßes schon bei uns einmarschiert.
    Nix wie raus da!!

  6. Dirk

    @ Ede | Deutschland ist souverän, Zwei-plus-Vier-Vertrag,
    Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland
    “Die Französische Republik, die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland und die Vereinigten Staaten von Amerika beenden hiermit ihre Rechte und Verantwortlichkeiten in bezug auf Berlin und Deutschland als Ganzes. Als Ergebnis werden die entsprechenden, damit zusammenhängenden vierseitigen Vereinbarungen, Beschlüsse und Praktiken beendet und alle entsprechenden Einrichtungen der Vier Mächte aufgelöst”
    Mehr: http://www.bpb.de/themen/7RH4WC,0,0,Vertrag_%FCber_die_abschlie%DFende_Regelung_in_Bezug_auf_Deutschland.html

  7. StFw d. R.

    Es ist immer wieder erstaunlich wie Kommentatoren hier mit seidigem Halbwissen und strammer Behauptung Fakten schaffen wollen.
    Jeder, der sich heute, aus welchen Gründen auch immer, bei der BW verpflichtet muß zwingend damit rechnen in einen Einsatz zu gehen. Das ist den Kameraden in aller Regel auch bewußt.
    Diese Entscheidung verdient Respekt. Wenn unsere gewählten Volksvertreter unsere Soldaten in Einsätze senden, dann haben sie auch die verdammte Pflicht und Schuldigkeit ihnen sowohl das Mandat, als auch die bestmögliche Ausrüstung zur Auftragserfüllung beizustellen.
    Genauso verhält es sich im Bereich der Hinterbliebenen – oder Verwundetenversorgung. Wer seine Knochen für dieses Land hinhält hat gefälligst Anspruch auf Alimentation im Anschluß.

  8. Dirk

    @StFw – es ist ja nicht das Intranet der Bw, sondern das www, darum halbseidenes, hölzernes, goldiges und eisernes … Wo Du Recht hast hast du Recht.

  9. falli

    immer diese anti-deutschen,autonomen pis…,linken ze… usw!
    unsere jungs haben respekt in vollem maße verdient! sie dienen unserem land mit stolz und ehre! man muss ihnen dies zurück geben! und solche kommentare wie von rainer sind unter aller sau!
    du gehörst weggesperrt!

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