USA: Colin Powell, General und US-Außenminister a.D. und Republikaner für Barack Obama (Video)
von Dirk ~ 19. Oktober 2008. Zu lesen unter: Sicherheitspolitik, Video.Â
Colin Powell, geboren am 03. April 1937 in New York Harlem und aufgewachsen in der South Bronx, Chairman Chairman of the Joint Chiefs of Staff (JFC) von 1989 bis 1993, Viersterne-General der US-Streitkräfte, seit 1958 Offizier der US Army Infantry mit Kriegserfahrungen 1962, 1963, 1969 in Vietnam 1991 und 1992 im Golfkrieg (Operation DESERT STORM), mit Auslandsstationierungen in Süd-Korea sowie Deutschland als Kommandeur des V Corps (Heidelberg) und zuletzt US-Außenminister (65th Secretary of State von 2001bis 2005) im Kabinett von George W. Bush erklärte heute, er werde den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama wählen.
Am 16. Dezember 2000 gab US-Präsident George W. Bush bekannt, Colin Powell zum neuen Außenminister zu ernennen. Powells Berufung erfolgte im Januar 2001. Der als gemäßigt geltende Powell wurde im Kabinett der Bush-Regierung als Gegenspieler des Verteidigungsministers Rumsfeld gesehen. Im Sommer 2002 kam es zu offenen Differenzen in der Irak-Frage. Letztlich unterstützte Powell jedoch den US-amerikanischen Angriff auf den Irak im März 2003. Am 05. Februar 2003 folgte Powells denkwürdiger Auftritt vor dem Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen. Powell plädierte für den Sturz Saddam Husseins, da dieser “bewiesen” mit CIA-Unterlagen im Besitz von Massenvernichtungswaffen sei.
Zur Frage der Nachkriegsordnung des Irak gab es massive Differenzen zwischen dem US-State Department unter Colin Powell und dem Pentagon unter Donald Rumsfeld. Colin Powell verkündete, sich nach der ersten Amtszeit von US-Präsident George W. Bush aus dem politischen Leben zurückzuziehen und als Außenminister für eine zweite Amtszeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Dies wurde als Indiz für einen Machtzuwachs seines Hauptkontrahenten Donald Rumsfeld und eine Stärkung der Hardliner in der US-Regierung gewertet.
Am 15. November 2004, nach den US-Präsidentschaftswahlen 2004, reichte Colin Powell tatsächlich seinen Rücktritt vom Posten des US-Außenministers ein. Regierungen in aller Welt bedauerten Powells Rücktritt, da dieser als moderate Figur innerhalb der Bush-Regierung galt. Sein Amt übernahm am 28. Januar 2005 die bisherige Beraterin für Nationale Sicherheit Condoleezza Rice.
Im September 2005 bedauerte Powell in einem ABC-Fernsehinterview diese Rede, in der er den Weltsicherheitsrat mit später als falsch erkannten Tatsachenbehauptungen von der Notwendigkeit des Irak-Kriegs zu überzeugen suchte und bezeichnet sie als einen “Schandfleck” in seiner Karriere. Dabei äußerte er sich kritisch zur Irak-Politik von Präsident Bush und dessen mangelhaften Krisenmanagement im Zusammenhang mit der Hurrikan-Katastrophe in New Orleans.
Colin Powells Unterstützung ist ein enormer weiterer Anschub für den demokratischen US-Präsidentschafts-Bewerber Barack Obama, dessen Mangel an außen- und sicherheitspolitischer Erfahrung ihm von McCain wiederholt als entscheidendes Defizit negativ ausglegt wurde. Powell war von 2001 bis 2005 Amerikas erster Afroamerikaner im Amt des Außenministers. Er betonte jedoch, dass die Hautfarbe nicht ausschlaggebend gewesen sei für seine Entscheidung. Dabei sei es vor allem um politische Überlegungen gegangen, etwa die Sorge um den Kurs “seiner” Republikanischen Partei. Bei seinem Auftritt in der NBC-Sendung “Meet the Press“ gab der Republikaner Powell eine Wahlempfehlung für Obama abgab. Dass der frühere Generalstabschef und ehemalige Bush-MinÃster den demokratischen Bewerber unterstützt, gilt als schwerer Schlag für die Republikaner McCain und Sarah Palin.
Colin Powell begründe sein Votum für Barack Obama mit den Worten: “Weil er inspirieren kann, weil seine Kampagne alle eingeschlossen hat, weil er alle im Land erreicht”. Falls er gewinne, sollten alle Amerikaner stolz sein, nicht nur Afroamerikaner, meinte Powell. “Das würde nicht nur unser Land begeistern, es würde die Welt begeistern” und er stelle glaubhaft einen Generationenwechsel dar.
McCain reagierte gelassen auf Powells Pro-Obama-Entscheidung: Er habe schließlich die Unterstützung der ehemaligen Außenminister Henry Kissinger und James Baker und dazu die von mehr als 200 pensionierten Generälen.
(Bildquellen: US Government.gov)





















