SPD-Bundeskanzler-Kandidat Ausrufung beim “IM Monika” im Resort Schwielowsee
von Dirk ~ 7. September 2008. Zu lesen unter: Grund(ein)stellung.
Was die SPD derzeit wie wo macht, hat einen Geschmack, vielleicht einen Vorgeschmack.
Die SPD auf Fidel Castros Spuren beim Ehrenoberst des Innenministeriums von Kuba.
Bei der heutigen SPD-Klausur 385 Tage vor der Bundestagswahl 2009 ist die Ausrufung des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier erfolgt, ein einstimmiger Beschluss des Parteipräsidiums ist die Grundlage dafür. Am Donnerstag wurde dieses Vorgehen zwischen dem SPD-Bundesvorsitzenden Kurt Beck, dem SPD-Altmeister Franz Müntefering und dem stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier abgesprochen. Kurt Beck tritt überraschend als zuletzt glückloser Vorsitzender nach 2 Jahren ab, dafür Franz Müntefering an, er kehrt als SPD-Bundesvorsitzender nach dem nächstmöglichen SPD-Sonderparteitag zurück an die SPD-Spitze. Den Interims-Parteivorsitz übernimmt der Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier, er soll 2009 Bundeskanzler der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands werden.
Ort der heutigen Bekanntgabe des SPD-Kanzlerkandidaten ist das Resorthotel Schwielowsee, eine Art Neu-Florida oder vielmehr ein Kuba im gemäßigten Klima bei Werder an der Havel am Schwielowsee nahe der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam vor den Toren Berlins, im Landkreis Potsdam-Mittelmark, jedenfalls auf altem Territorium der DDR und übrigens nur 3 Km Luftlinie vom Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdoBw) entfernt.

Pikant dabei ist, der Eigentümer und Chef des Resorts Schwielowsee ist Axel Hilpert. Der hatte früher für DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski und als “IM Monika” für die Stasi 18 Jahre gearbeitet, sein Spitzname ist “Goldkopf”, die Stasi-Vowürfe sind durch die Stasi-Unterlagen-Behörde belegt. Der IM Axel Hilpert selbst streitet die Stasi-Gefolgschaft nicht ab, die SPD ist darüber im Bilde.
Es halten sich hartnäckig Gerüchte, dass die Finanzierung des Bau- und Hotelprojektes im märkischen Sand anteilig aus den veschwundenen SED-Geldern finanziert wurde. Fast 50 Millionen Euro hatte die Theodor Fontane Besitz- und Betriebsgesellschaft mbH des Axel Hilpert als Investitionsvolumen. Dass der ehemaligen Bild-Chefredakteur und Kohl-Berater Hans-Hermann Tiedje als Geschäftsführender Gesellschafter mit an der Spitze stand, bietet keine Entlastung der Stasi-Verstrickung.
Bis 1989 gab sich Axel Hilpert als Antiquitätenhändler aus. Über Jahre hinweg arbeitete er für die KoKo-Firma Kunst & Antiquitäten. Noch viel länger war er - seit 1971 - der Inoffizieller Mitarbeiter “Monika” der Hauptabteilung II/1 (Spionageabwehr) des DDR Ministeriums für Staatssicherheit.
Hilperts umfängliche Stasi-Akte ist verschwunden. Ein erhalten gebliebener MfS-Bericht beschreibt im November 1987 Gespräche u.a. über Waffenhandel des Axel Hilpert mit dem kubanischen Staatssicherheitsdienst und die perönliche Unterrichtung des Stasi-Minister Erich Mielke durch Hilpert, über Hilperts Berufung zum Ehrenoberst des kubanischen Innenministeriums gibt der MfS-Bericht Auskunft. Interessant ist auch, dass Mielke-Vize Gerhard Neiber 1985 den “IM Monika” alias Hilpert vor einer Anklage wegen krimineller Spekulationsgeschäfte mit Autos, Gold und Antiquitäten bewahrte. Hilberts Führungsoffizier gibt 1992 beim Staatsanwalt zu Protokoll: “Axel Hilpert war die ganze Zeit für uns ein wertvoller Mitarbeiter, genauer gesagt für die Spionageabwehr.”
Unter anderem in Mühlenbeck im Norden von Berlin hatte der Stasi-IM Axel Hilpert seinen offiziellen Arbeitsplatz. Das Lager der Kunst und Antiquitäten GmbH gehörte zum KoKo-Imperium des Devisenbeschaffers Schalck-Golodkowski. Für die Spionageabwehr brauchte man Hilpert bei der Kunst- und Antiquitäten GmbH und vor allem bei deren Tochterfirma Delta.
Axel Hilpert war Chefeinkäufer für Antiquitäten im damaligen Bezirk Potsdam. Ziel war es, Antiquitäten aus Privatbesitz und Museen zur Devisenbeschaffung in den Westen zu verkaufen. Einkäufer wie Axel Hilpert sollen damals mit Koffern voller DDR-Geld gekommen sein, um DDR Bürgern unter Druck Antiquitäten abzukaufen. Hilpert geriet 1985 dabei selbst ins Visier einer Stasi-internen Ermittlungsgruppe, ohne Kenntnis seines Führungsoffiziers. Der Vorwurf damals: er soll bei Antiquitätenkäufen regelmäßig und im großen Stil Gelder in seine Tasche abgezweigt haben. In der Akte der damaligen Ermittlungsgruppe “Korruption” hieß es: “Die Operative Personen Kontrolle OPK ergab nachweisbar, dass HILPERT den X zu Straftaten inspirierte, eigene Straftaten über diesen abdeckt und getätigte Aufkaufshandlungen zum eigenen Vorteil und in spekulativer Absicht gegenüber dem Außenhandelsbetrieb verschleierte.”
Hilpert war auch der Stasi-Mann für Kuba, die Anlehung des Baustils des Resorts Schwielowsee vermittelt diese Affinität. Seine offizielle Aufgabe war der Antiquitätenhandel. Doch aus den Stasi-Akten geht hervor, dass Hilpert auch am Waffenhandel beteiligt war. Das kubanische Innenministerium bzw. dessen Staatssicherheitsdienst machte ihn zum Ehrenoberst. Zur Verleihung erhielt er eine kubanische Uniform. Stolz, so versichern Zeugen, prahlte er damit auch in Potsdam.
Kurz vor 1989 gibt es für “IM Monika” noch eine Anerkennung für die jahrelange Spitzeltätigkeit, die DDR-MfS-Medaille für “Treue Dienste” in Silber.
Die heutige touristische Erschliessung der ehemaligen sozialistischen Brüderländer wird vom Resort Schwielowsee aus gesteuert. Expansion ist geplant, in Kuba ist ein Hotel im Bau, nach Russland und in die Volksrepublik Mongolei sind die Fühler ausgestreckt. Am Schwielowsee selbst sollen als nächstes das benachbarte Schloss Petzow und ein weitläufiger Golfplatz zum Resort hinzukommen - wieder ein Millionen-Investment.
Im Herbst 2007 hatte Axel Hilpert in Kuba mit Beziehungen zum Castro-Regime aus alter Zeit den Grundstein für das zweite Resort-Hotel-Projekt gelegt, das TUI von 2009 an als Robinson-Club nutzen will.
Ob im Resort Schwielosee auf rotem Boden der Grundstein für eine rot-rote Bundesregierung gelegt und ob Deutschland in einer möglichen rot-roten Regierung zum Robinson-Club nach kubanisch-sozialistischem Vorbild werden wird, bleibt offen.
Hintergrundinformationen:
Stasi-Opfer-Info.com






















8. September 2008 um 10:47 Uhr
Goldig! Leider schlecht recherchiert. Nur Mut, das wird schon!
MFG
8. September 2008 um 11:59 Uhr
Bin für neue Fakten oder die Korrektur von Irrtümern in der Geschichtsschreibung immer offen