SPIEGEL ONLINE berichtet: “Befreiung? Absoluter Unsinn!”
Dienstag, 30. September 2008Das Hamburger Magazin DER SPIEGEL berichtet mit einem Interview in seiner ONLINE-Ausgabe über die Entführung der Ägypten-Touristen und deren Freilassung als “Gnadenerweis der Entführer” und über die Begegnung der freien Geiseln mit GSG 9- und BND-Beamten bei der Schlacht am Büffet in der Deutschen Botschaft Kairo und nicht bei der Suche oder Befreiung in der Wüste. Das Interview mit der deutschen Geisel Bernd L. bringt bei leichtem Stockholm-Syndrom (Zitat: “Das waren nette Kriminelle, sie haben nie Gewalt angewendet. Die wollten nur Geld und hatten keinen ideologischen oder religiösen Hintergrund.”) Licht in die dunkle Wüstennacht und erklärt ansatzweise, warum THW-Experten neben Bundeswehr KSK, BPOL-GSG 9 und -Fliegerstaffel sowie BKA als Akteure rund um die ägyptische Geiselnahme benannt wurden. Die Entführung endete so abenteuerlich wie der touristische Ausflug in die Wüste begann, zu neunzehnt in einem Land Rover für sieben und keine deutschen Spezialkräfte weit und breit.
Der Kommandeur der GSG 9, Leitender Polizeidirektor Olaf Lindner (rechts im Bild beim Händedruck) führte die 9er und BPOL-Kräfte im Einsatzland Ägypten als standby-Truppe im Hintergrund.
SPIEGEL ONLINE: “Hilflos in der Wüste: Bernd L., 65, befand sich unter den 19 in den Sudan verschleppten Geiseln. Mit SPIEGEL ONLINE sprach der pensionierte Studienrat kurz nach seiner Heimkehr nach Deutschland – und verweist Berichte über eine gezielte, planvolle Befreiung der Entführten ins Reich der Märchen.
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SPIEGEL ONLINE: Wer waren die Männer?
L.: Es waren ägyptische Soldaten, die in der Wüste in einem Militärcamp lebten. Zum Glück war das Lager vom deutschen Technischen Hilfswerk (THW) ausgerüstet worden. Es gab dort sogar Duschen. Wir wurden dann sehr nett empfangen, bewirtet und Ärzte untersuchten uns. Etliche von uns kamen an den Tropf. Ich auch, weil ich einen zu niedrigen Blutdruck hatte.
SPIEGEL ONLINE: Und dann wurden Sie nach Kairo ausgeflogen?
L.: Genau, eine Transportmaschine des Militärs brachte uns nach Kairo, wo wir zuerst in einem Militärkrankenhaus untersucht wurden und abends dann zu einem Empfang in der Deutschen Botschaft eingeladen waren. Dort sah ich zum ersten Mal Beamte des BND und der GSG 9. Circa 25 Männer der Sondereinheit waren in der Botschaft. Wir aßen dann zusammen, tranken Champagner und Wein.
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