Akzeptanz der Bundeswehr und ISAF-Truppe bei der afghanischen Bevölkerung
von Dirk ~ 28. August 2008. Zu lesen unter: Auslandseinsätze, ISAF, NATO-Missionen.
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Eine empirische Erhebung “zur Lage in den Köpfen und Herzen” (hearts and minds) der afghanischen Bevölkerung ist Ende 2007 mittels einer Umfrage mit 1.377 der 32,64 Millionen Afghanen, von denen durchschnittlich nur etwa jede/r Dritte über 15 Jahre lesen und schreiben kann, in allen 34 Provinzen durchgeführt worden. 51 % der befragten Fauen und Männer in Afghanistan rechnen damit, dass es ihre Kinder einmal besser haben werden.
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Nur wenige Afghanen stellen die Anwesenheit der ausländischen Truppen in Frage, sie sind ja auch Wirtschaftsfaktor, Arbeitgeber, Impulsgeber, Aufbau-Macher und Hoffnungs-Garant. Deutschland hat einen besonders guten Ruf am Hindukusch vor den anderen Nationen und mit Abstand vor den US-Truppen. Häufig werden die internationalen Truppen sogar als zu schwach und zu wenig präsent im Kampf gegen die Taliban bewertet.

Die Frage nach dem Abzugs-Zeitpunkt und den Rechten der Sicherheit produzierenden Aufbauhelfer oder Besatzer kippt langsam mit jedem zivilen, versehentlichen Opfer ins Negative, das Vertrauen sinkt. Je länger es dauert.

Im nächsten Jahr sind Wahlen, das macht die Lage nicht stabiler. Die Zustimmung zu Anschlägen im Bereich des ISAF-Regional Command North, wo D Lead Nation und die Bundeswehr hauptsächlich eingesetzt ist, waren in 2007 bei 19Â % und in 2006 noch bei 14 % der Bevölkerung Sympathien messbar für wie auch immer geartete Gewalt gegen ausländische Truppen. Es braucht allerdings keine 20 %, schon weniger reichen, um einen Anschlag aktiv oder passiv zu unterstützen.

Die Zahlen stammen aus einer Befragung Ende 2007, die ARD, ABC und BBC haben durchführen lassen von dem Afghan Institute for Social and Public Opinion Research.

Es zu befürchten, dass eine Umfrage zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine weitere und vielleicht rapide Verschlechterung der Stimmungslage in der afghanischen Bevölkerung gegenüber der internationalen Truppenpräsenz feststellen würde.

Zur den Ergebnissen der Afghanistan Umfrage 2007
(Bildquellen: tagesschau.de)






















29. August 2008 um 00:53 Uhr
“Deutschland hat einen besonders guten Ruf am Hindukusch vor den anderen Nationen und und mit Abstand vor den US-Truppen.”
Ich halte ja nicht viel von Spielchen à la “Wir sind beliebter als xy”. Diese expliziten Vergleiche mit den Amerikanern finde ich darüberhinaus langsam langweilig und hässlich.
Das ganze dient doch nur dazu, die deutsche Seele moralisch etwas zu beruhigen. Ein Vergleich zwischen einer kämpfenden Truppe (USA) und Deutschland ist schlicht und ergreifend nicht möglich.
29. August 2008 um 01:21 Uhr
Das ist das Ergebnis der Umfrage, die von dem deutschen ARD, dem britischen BBC, und dem US-amerikanischen ABC mit solchen Fragen in Auftrag gegeben wurde, die Unterschiede in der Wahrnehmung bzw. im Erleben der afghanischen Bevölkerung sind nicht meine Wertung. Der deutsche “Sympathie-Vorteil” ist erklärbar aber ebenso vergänglich. Deutsch-amerikanischer Freundschaftsgruß an Oli
29. August 2008 um 01:49 Uhr
Ich kenne die Umfrage, ich wollte mit meinem Kommentar auch nicht Sie kritisieren. Der Sympathie-Vorteil, der heute noch von vielen Politikern gerne in den Raum geworfen wird, würde nicht bestehen, wenn die Bundeswehr auf “NATO Burden Sharing” setzen würde. Tut sie aber nicht.
Solange wir das nicht tun, haben wir kein Recht uns als etwas besseres zu verkaufen – geschweige denn damit Politik zu betreiben.
29. August 2008 um 01:54 Uhr
P.S.
… deutsch-amerikanischer Freundschaftsgruß an Dirk