Heckler & Koch und Walter Kohl und Helmut Kohl
von Dirk ~ 13. August 2008. Zu lesen unter: Streitkräfte&Gesellschaft, Verteidigungspolitik.Das Interview und der Artikel ”Leben im Schatten des Vaters” in die BUNTE mit und über Walter Kohl (45), dem Sohn von Bundeskanzler a.D. Helmut Kohl, stellt Verbindung her zur Erlebniswelt von Bundeswehrsoldaten-Kindern in den 70er und 80er Jahren.
Der zweite Sohn von Altbundeskanzler Helmut Kohl, Walter Kohl (45), Volkswirt und Historiker, der von seinem Vater nach dessen 1945 im Zweiten Weltkrieg gefallenen 19-jährigen Bruder Walter benannt wurde, hat sein erstes Interview gegeben und dabei nur wenig Freudiges aus seiner Jugend zu berichten gewusst. (Bild oben: Walter, Helmut, Peter und Hannelore Kohl, 19.08.1975 privat in Leipzig)
Wegen politischer Entscheidungen des Vaters hätten Mitschüler Walter Kohl als Schüler “mehrfach zusammengeschlagen”, sagte der Sohn des Exkanzlers. Auch das Verhalten einiger Lehrer habe er als grob ungerecht empfunden. So habe ein Lehrer in der Zeit des NATO-Doppelbeschlusses seinen Vater vor der Klasse als Massenmörder bezeichnet, ohne dass es für den Pädagogen Konsequenzen gehabt hätte. So ging es auch vielen Kindern von Bundeswehr-Soldaten, die versetzungs-bedingt alle 2-3 Jahre umziehen mussten und deren Väter von beamteten Lehrern und Mitschülern in den verschiedenen Schulen gerne mal provokant, ‘höchstpädagogisch’ und ‘verdammt mutig’ und für die Lehrer meist folgenlos, gegenüber der Kinder als “Mörder” bezeichnet wurden. Denn “Soldaten sind Mörder” war der Leitspruch und ist es bei manchen, die lieber rot als tot gewesen wären, heute noch.
Freunde hatten die Kohl-Brüder schon in ganz jungen Jahren kaum, “da manche Eltern der Meinung waren, Peter und Walter seien als Spielkameraden zu gefährlich”, so Walter Kohl im Interview. Die ganze Familie Kohl lebte unter ständigem Polizeischutz, Vater und Ehemann Helmut Kohl war exponierte Schutzperson. Zuerst als rheinland-pfälzischer Ministerpräsident (1969-1976), dann als Vorsitzender der CDU Deutschland und Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag in Bonn, ab 1982 als Bundeskanzler wurde er von Personenschützern des SEK Rheinland-Pfalz und bis heute als Bundeskanzler a.D. von der Sicherungsgruppe des Bundeskriminalamtes geschützt – 24 Stunden Closed Protection. Von seinem Schulweg im Polizeiwagen weiß Walter Kohl entsprechend Exotisches zu berichten: “Ich konnte im Alter von zwölf Jahren eine Heckler & Koch Maschinenpistole (Bild unten), die auf der Rückbank des SEK-Wagens lag, zerlegen und wieder zusammensetzen – ohne dass die Beamten es merkten.“
Der 45-jährige Walter Kohl sagte im BUNTE-Interview auch, er sei befremdet darüber gewesen, dass sein Bruder und er nicht zur Hochzeit des Vaters eingeladen waren. Helmut Kohl (78) hatte am 8. Mai in der Heidelberger REHA-Klinik die Regierungsdirektorin Maike Richter (45) (Bild oben, links neben Helmut Kohl) geheiratet. Familienmitglieder waren nicht eingeladen, einzige Gäste waren der Dekan Erich Ramstetter, der die kirchliche Trauung vornahm, Kohls Rechtsanwalt und Notar Stephan Holthoff-Pförtner und die Trauzeugen Leo Kirch und Kai Diekmann.
(Bildquellen: Soldatenglück.de privat, Heckler & Koch.de, Chronik der Mauer.de)Â

