Archiv für August, 2008

Wieder Anschläge auf ISAF-Soldaten in Afghanistan, heute in Kunduz, gestern in Kabul

Sonntag, 31. August 2008

Erneut hat es heute um 10:30 Uhr Ortszeit einen Anschlag auf Bundeswehr-Soldaten während einer Patrouille 45 km westlich von Kunduz nahe Taloqan gegeben, das bestätigte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos (EinsFüKdoBw). Verletzt worden sei bei der Detonation einer Improvisierten Sprengladung niemand, das gepanzerte Fahrzeug der Patrouille sei einsatzbereit geblieben.

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Die Taliban hält den politischen Druck auf die westlichen Regierungen, insbesondere die Deutschlands, mit der Attentats-Offensive kontinuierlich aufrecht. Wie sich an den Kommentaren u.a. hier im Blog ablesen lässt, erreicht sie auch die Bevölkerung bei uns.
Canadische ISAF-Soldaten berichten aus Afghanistan über einen erneuten Sprengstoffanschlag durch einen Selbstmordattentäter. Ziel war am gestrigen Samstag, 30.08, ein ISAF-Konvoi im Raum Kabul. Als die ISAF-Truppen in Fahrzeugen den Straßenverlauf passierten, kam das Bomben-beladene Auto zur Explosion. Weder das Anschlagsziel, ISAF-Militär, noch Zivilisten wurden in Mitleidenschaft gezogen. Einer von den vielen nahezu täglichen Anschlags-Versuchen und Angriffen auf die internationalen Soldaten, über die die Medien schon gar nicht mehr berichten. Die Gefahr für deutsche Soldaten ist real und omnipräsent, suicide car bombs sind Angriffs-Methode der Taliban.
Das Video zeigt die Tatort-Arbeit der afghanischen Polizei und Spuren-sicherung der Sicherheitskräfte an einer vielbefahrenen Straße sowie das Wrack des explodierten Bombenautos.

 

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(Bild oben: eine 107mm Rakete chinesischer Bauart, die von den Taliban verwendet wird, und als Rakete aus dem Hinterhalt die ISAF-Camps und -Truppen bedroht, sie benötigt keinen Raketenwerfer, wird mit Hilfe eines provisorischen Dreibeins oder gegen eine Erderhebung angelehnt verschossen. Das Kabel verbindet zum Raketenmotor. An den Kabeln ist zumeist eine elektrische Sprengkapsel zu finden, die dann bei der Zündung den Feststoffmotor anzündet. Das hellblaue Kunststoffgehäuse ist eine batteriebetriebene Uhr mit Weckfunktion. Bei der eingestellten Uhrzeit leitet sie das Signal statt auf den Lautsprecher auf ein Relais, dass mit weiteren Batterien zur Stromverstärkung in dem gelben Klebeband eingewickelt ist. Diese Energie reicht dann aus, um die Sprengkapsel zur Wirkung zu bringen. Man sieht auf dem Raketenkörper eins der beiden Kabel, die normalerweise zur Sprengkapsel führen. Diese Rakten erreichen nur grob ihr Ziel, sind aber eine heimtückische Waffe.

Rumänischer Soldat durch Sprengstoff-Attentat getötet
Bei einem EOD-Anschlag in der südlichen Provinz Sabul wurde ein rumänischer Soldat getötet. Wie das rumänische Verteidigungsministerium in Bukarest berichtete, wurden vier weitere Soldaten bei der Explosion des am Straßenrand versteckten Sprengsatzes verletzt. Den Angaben zufolge war die aus vier Fahrzeugen bestehende Patrouille auf der Autobahn zwischen der Provinzhauptstadt Kalat und Kabul unterwegs.

(Bildquelle: Canadian Forces.ca, Einsatz.Bundeswehr.de)



Auslandseinsatz-Vorbereitung: Mobile Checkpoint, …

Samstag, 30. August 2008

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Bundeswehr-Soldaten werden intensiv auf den Auslandseinsatz vorbereitet. Die mehrwöchige Ausbildung für eine Auslandsverwendung besteht aus drei Abschnitten, die Peace Support Operation (PSO)-Grundlagenausbildung, die Einsatzspezifische Grundlagenausbildung (ESGA) und die Zentrale Truppenausbildung (ZENTRA) auf Truppenübungsplätzen, dort üben die Soldaten einsatzorientiert Patroullien, Checkpoint, Mine Awareness und z.B. die Anwendung der Rules of Engagement (RoE) im realitätsnahen Ausbildungs-Parcours (mehr beim EinsFüKdoBw). Darüber hinaus üben alle Truppenteile ständig einsatztypische Szenarien.
In dem Video unten führen Kräfte der Luftbeweglichen Brigade 1 der TSK Heer am Fliegerhorst Fritzlar (17.08.) die Errichtung einer Mobilen Kontrollstelle/Mobile Checkpoint vor. Die wirkliche Einsatzsituation mit allen Eventualitäten aber, ist auch unter noch so realen Bedingungen nicht in Übungen darstellbar.

 

(Bildquelle: Einsatz.Bundeswehr.de, Patrouille von deutschen und italienischen ISAF-Kräften im Norden Afghanistans)

Die Gefahr für Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan ist real und omnipräsent – Taliban im Gefecht (Video)

Freitag, 29. August 2008

 Nacht über Kabul
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Das Video unten zeigt Taliban-Kämpfer in Afghanistan beim Beschuss eines unbekanntes Ziels, möglicherweise einer ISAF-Patrouille oder das Gefecht bei der Einnahme einer ISAF-Stellung in den Bergen, es war ein in der Nacht beginnendes Feuerfecht, das bis zur Morgendämmerung andauerte.

 

(Bildquelle: NATO.ISAF.int, das Bild oben zeigt das nächtliche Kabul) 

BMVg bestätigt bei dpa Soldatenglück.de Vorab-Meldung

Freitag, 29. August 2008

Deutsche Presse-Agentur (dpa) Meldung vom 2008-08-29 12:41:00
(Zusammenfassung 1245) Drei tote Zivilisten bei Zwischenfall mit deutschen ISAF-Soldaten Afghanistan/Konflikte/Bundeswehr/
Berlin/Kabul (dpa) – Bei einem Zwischenfall mit deutschen ISAF-Soldaten in Afghanistan sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin drei Zivilisten getötet worden.
Zudem habe es verletzte Zivilisten gegeben, teilte Ministeriumssprecher Thomas Raabe am Freitag in Berlin mit. Der Polizeichef der Provinz Kundus, Abdul Rahman Aqtash, teilte mit, es handele sich bei den Toten um eine Frau und zwei Kinder. Vier weitere Kinder seien verletzt worden.
Raabe sagte, zwei zivile Fahrzeuge hätten sich am Donnerstagabend (21.52 Uhr Ortszeit) einem Checkpoint der afghanischen Polizei und deutschen Soldaten der Afghanistan-Schutztruppe ISAF südöstlich von Kundus genähert. Trotz eindeutiger Zeichen der Sicherheitskräfte seien die Fahrer der beiden Wagen weitergefahren. Daraufhin hätten die Sicherheitskräfte das Feuer eröffnet.
Ob deutsche Soldaten Schüsse abgegeben haben, werde untersucht, sagte Raabe. Die afghanische Polizei habe mit Unterstützung des deutschen ISAF-Kontingents die Ermittlungen aufgenommen. Es werde auch geprüft, ob in den Fahrzeugen verdächtiges Material wie Waffen gewesen sei.
Raabe sagte, nach dem Anschlag auf die Bundeswehr am Mittwoch, bei dem ein 29 Jahre alter Hauptfeldwebel getötet und drei seiner Kameraden verletzt worden waren, sei die Lage angespannt. Es gebe Warnungen vor Sprengstoffanschlägen auch mit Hilfe von Autos. Bei einem Luftangriff der US-geführten Koalition in Afghanistan waren kürzlich bis zu 90 Zivilisten getötet worden. Dies hatte Empörung und wütende Proteste unter Afghanen ausgelöst.
Der erste Hinweis auf den Zwischenfall am Donnerstagabend an dem ISAF-Checkpoint war von einem Internet-Blog gekommen. Auf der homepage «www.soldatenglueck.de» war der Vorfall geschildert worden.
dpa du/fp yydd z2 bk
291241 Aug 08

Meldung vom 2008-08-29 11:46:00
(Eil ) Offenbar Zivilisten bei Zwischenfall mit deutschen Soldaten getötet Afghanistan/Konflikte/Bundeswehr/
Berlin (dpa) – Bei einem Zwischenfall mit deutsche ISAF-Soldaten in Afghanistan hat es nach Angaben des Verteidigungsministeriums am Donnerstagabend offenbar tote und verletzte Zivilisten gegeben.
Zivile Fahrzeuge hätten sich deutschen Soldaten und afghanischen Sicherheitskräften genähert, sagte Ministeriumssprecher Thomas Raabe am Freitag in Berlin. Von Seiten der Sicherheitskräfte sei das Feuer eröffnet worden. Der Vorfall werde untersucht.
dpa du yydd n1 bk
291146 Aug 08

dpa bekam die Information, die zu der oben angeführten dpa-Eil-Meldung führte von Soldatenglück.de, worüber der PHOENIX-Afghanistan-Blog, von verschiedenen Quellen unterrichtet, berichtete. Eine dpa-Korrespondentin informierte sich heute Vormittag zum Vorfall beim Streitkräfte-Blog Soldatenglück.de und liess sich daraufhin den Vorfall im BMVg bestätigen. Die Vorab-Meldung zu dem besonderen Vorkommnis in Kunduz wurde bei Soldatenglück.de am gestrigen Donnerstagabend, 23:55 Uhr MEZ veröffentlicht, heute bestätigt sich der Vorfall offiziell, leider in seiner vollen tragischen Dimension.
Der PHOENIX Afghanistan-Blog schreibt dazu:

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Deutsche Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan fühlten sich angegriffen und feuerten in Kunduz: 3 tote Afghanen, 3 verletzte Afghanen, darunter 1 Kind

Donnerstag, 28. August 2008

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In Afghanistan, im Auslandseinsatz der Bundeswehr in der NATO-Mission International Security Assistance Force (ISAF) in der nordafghanischen Region Kunduz, wo gestern ein deutscher Soldat bei einem Taliban-Sprengstoffanschlag gefallen ist und drei weitere verwundet wurden, soll es heute nach (bislang) unbestätigten Informationen, zu einem tragischen Zwischenfall an einem Checkpoint deutscher ISAF-Soldaten gekommen.
Ein Zivil-Fahrzeug hatte sich dem Checkpoint mit den Bundeswehr-Soldaten bedrohlich genähert und die afghanischen Inassen haben offenbar auf Haltezeichen nicht reagiert und sind trotz Warnschüssen mit ihrem Auto weiter auf die Soldaten des Checkpoints zugehalten. Die deutschen Soldaten mussten einen Selbstmord-Anschlags-Versuch annehmen bzw. befürchten und eröffneten das Feuer.
3 Afghanen sollen dabei getötet worden sein und 3 weitere Afghanen verletzt, darunter 1 Kind.
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Es waren wohl auch Kräfte der Afghan National Army (ANA, rechts im Bild*) mit in der Einsatzsituation, die gemeinsam mit den Bundeswehr-Soldaten solche Maßnahmen durchführen und auch die Leitung haben, weil ISAF dem Namen nach assistiert. Welche Rolle deutsche und welche Rolle afghanische Soldaten bei der Schussabgabe einnahmen, ist noch ungeklärt. Offizielle Darstellungen dazu sind noch nicht feststellbar.

Die deutschen Bundeswehr-Soldaten des ISAF-Regional Command North (RC N) mit Deutschland als Lead Nation sind im Feldlager (Camp) Kunduz (Bild unten*) stationiert, dort hat das Provincial Reconstruction Team (PRT) Kunduz seinen Stützpunkt. Patrouillen und Checkpoints gehören zu den erforderlichen Maßnahmen bei der Herstellung eines sicheren Umfeldes für den Wiederaufbau und dienen der Force Protection.

Die internationalen Flaggen des ISAF Headquarters in Kabul (Bild oben*) könnten nahezu täglich auf Halbmast sein, ständige militärische Verlustmeldungen und hinzu kommen immer häufiger Meldungen über versehentlichen Beschuss oder Bombardements von unbeteiligten Zivilisten mit Verletzten und Opfern an Menschenleben.
Die Lage im Norden Afghanistans mit deutscher Zuständigkeit hat sich verschärft, die Bundeswehr hatte in den letzten Monaten pures Glück, dass sie nicht schon öfter ins Visier von Taliban-Anschlägen per Selbstmord-Attentäter oder Sprengfallen geriet.
Die perfide Methode und Strategie der Taliban darf nicht aufgehen. Der Kdr PRT Kunduz, Oberst M., sagte heute in seiner Ansprache beim Feierlichen Appell und traurigen Abschied der Kameraden im Feldlager Kunduz vom getöteten 29-jährigen Hauptfeldwebel und Zugführer des FschJgBtl 263: “Stehen Sie zu Ihrer Trauer, aber lassen Sie uns auch nicht vergessen, dass unsere abendländische Kultur von der Vergebung geprägt ist und lassen Sie uns den Weg gemeinsam weiter schreiten, dieses Land aufzubauen.”

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(Bildquellen: Einsatz.Bundeswehr.de, NATO.int, *alle Bilder haben nichts mit dem realen Geschehnis zu tun)



Ehrenformation und letztes Geleit in Kunduz

Donnerstag, 28. August 2008

“Ich schäme mich, Dir in die Augen zu schauen – Du bist gekommen, uns zu helfen, und meine Landsleute bringen Deine Soldaten um”, so zitierte der Kommandeur des deutschen Provincial Reconstruction Teams (PRT) einen afghanischen Freund in seiner Ansprache beim Feierlichen Apell im Feldlager Kunduz/Afghanistan zum Abschied des gestern bei einem Taliban-Anschlag südwestlich von Kunduz um 06:55 Uhr Ortszeit gefallenen 29-jährigen Hauptfeldwebel vom Fallschirmjägerbatallion 263 aus Zweibrücken.

Der PRT-Kommandeur, Oberst M., sprach den angetretenen Soldaten im Feldlager Kunduz Mut zu: “Stehen Sie zu Ihrer Trauer, aber lassen Sie uns auch nicht vergessen, dass unsere abendländische Kultur von der Vergebung geprägt ist und lassen Sie uns den Weg gemeinsam weiter schreiten, dieses Land aufzubauen.”

“Ich hatt’ einen Kameraden”, blies der Trompeter, während ein Transportpanzer den Sarg mit schwarz-rot-goldener Flagge die Appellreihen abfuhr. Das letzte Geleit zum Flugplatz, wo eine Transall-Maschine der Luftwaffe die sterblichen Überreste des Hauptfeldwebels an Bord nahm, gaben ihrem getöteten Kameraden die Fallschirmjäger. In sechs “Wolf”-Geländewagen eskortierte der Zug des Hauptfeldwebels den Transportpanzer durch das Spalier zum Abschied angetretener Soldaten aus dem Feldlager.

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Akzeptanz der Bundeswehr und ISAF-Truppe bei der afghanischen Bevölkerung

Donnerstag, 28. August 2008

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Eine empirische Erhebung “zur Lage in den Köpfen und Herzen” (hearts and minds) der afghanischen Bevölkerung ist Ende 2007 mittels einer Umfrage mit 1.377 der 32,64 Millionen Afghanen, von denen durchschnittlich nur etwa jede/r Dritte über 15 Jahre lesen und schreiben kann, in allen 34 Provinzen durchgeführt worden. 51 % der befragten Fauen und Männer in Afghanistan rechnen damit, dass es ihre Kinder einmal besser haben werden.

 

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Nur wenige Afghanen stellen die Anwesenheit der ausländischen Truppen in Frage, sie sind ja auch Wirtschaftsfaktor, Arbeitgeber, Impulsgeber, Aufbau-Macher und Hoffnungs-Garant. Deutschland hat einen besonders guten Ruf am Hindukusch vor den anderen Nationen und mit Abstand vor den US-Truppen. Häufig werden die internationalen Truppen sogar als zu schwach und zu wenig präsent im Kampf gegen die Taliban bewertet.

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Die Frage nach dem Abzugs-Zeitpunkt und den Rechten der Sicherheit produzierenden Aufbauhelfer oder Besatzer kippt langsam mit jedem zivilen, versehentlichen Opfer ins Negative, das Vertrauen sinkt. Je länger es dauert.

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“Fahnenflucht” vor dem Beruf Soldat – Bundeswehr: Nein, Danke?

Donnerstag, 28. August 2008

Auch eine Freiwilligenarmee statt einer Wehrpflicht-Bundeswehr könnte offenbar die Personalsorgen der Bundeswehr nicht auflösen. Deutschland am Hindukusch zu verteidigen, ist keine allzu rosige Aussicht für junge Männer und Frauen bei ihrer Berufswahl. Hochqualifizierte Bundeswehr-Piloten oder Sänitätsärzte gehen vor Dienstzeitende. Und die Diskussion über die Attraktivität der deutschen Streitkräfte als Berufsfeld kommt immer erst dann wieder in der breiten Medienöffentlichkeit in Gang, wenn etwas Schlimmes passiert ist. 

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Die Deutsche Presseagetur (dpa) fasst zusammen:

“Düsseldorf/Osnabrück (dpa) – Der Bundeswehr laufen laut Zeitungsberichten wegen des gefährlichen Einsatzes in Afghanistan immer mehr Bewerber und Führungskräfte weg. Die freiwilligen Meldungen junger Männer seien im Vergleich zum Vorjahr um rund 60 Prozent zurückgegangen, berichtet die «Rheinische Post» (28. August 2008) unter Berufung auf eine interne Statistik der Bundeswehr. Rund zehn Prozent aller Offiziersanwärter verließen die Truppe bereits vor dem eigentlichen Beginn ihrer Karriere. Immer häufiger werde dabei der Afghanistan-Einsatz als eine der Begründungen genannt, berichtet die Zeitung. (weiter…)

“Afghanistan – der Tod lauert im Hinterhalt”

Donnerstag, 28. August 2008

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Interview im INFOradio des Rundfunk Berlin Brandenburg, 28.08.2008, 06:47 Uhr, mit der Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages (Bild oben).

zum Audio-Beitrag vom INFOradio des RBB

Es kommen kaum gute Nachrichten aus Afghanistan. Gestern ist nahe der nord-afghanischen Stadt Kundus ein deutscher Soldat getötet worden – der 27. seit Beginn des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan. Fast täglich werden Todesopfer gemeldet, ein ganz besonders schwerer Zwischenfall war der Tod von zehn Franzosen vor einer Woche.

In den vergangenen drei Monaten starben in Afghanistan mehr ausländische Soldaten als im Irak. Und: Immer öfter gibt es Angriffe auf Angehörige der ISAF-Schutztruppe im Norden des Landes und unweit der Hauptstadt Kabul, wo auch die deutschen Soldaten ihr Einsatzgebiet haben. (weiter…)

Parlament und Bundeswehr

Donnerstag, 28. August 2008

bw-bbspezialbwAus gegebenem Anlass, Hinweis auf die Berichterstattung im Blickpunkt Bundestag.
Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee. Das unterscheidet sie von den Streitkräften vieler anderer Länder. Denn der Deutsche Bundestag hat die Schlüsselrolle bei der Kontrolle der Streitkräfte inne, und nur mit der Zustimmung des Parlaments sind bewaffnete Einsätze möglich.
[...]
Marschbefehl erst nach Abstimmung
In manchen Ländern führt das Militär ein Eigenleben als Staat im Staat. Solche undemokratischen Auswüchse und die Rolle der Wehrmacht im nationalsozialistischen Deutschland vor Augen, entschied sich der Bundestag bei der Wiederbewaffnung für eine doppelte Absicherung: An der Spitze der Bundeswehr steht ein Mitglied der Bundesregierung – und über ihren Einsatz entscheidet der Bundestag. Mit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 1994 gilt letzteres explizit auch für Auslandseinsätze. Das Wort Parlamentsarmee ist keine pure Absichtserklärung. Ohne Zustimmung des Bundestages setzt kein Bundeswehrsoldat seine Stiefel auf ausländischen Boden.

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Nur die Amtshilfe und die Unterstützung von Polizei und THW etwa nach Katastrophen kann der Verteidigungsminister anordnen. Für alles andere gilt der Vorbehalt: Bewaffneter Einsatz erst nach Abstimmung. Viele Standardaufgaben (wie Manöver) kann die Bundeswehr aufgrund der vom Bundestag beschlossenen Zugehörigkeit Deutschlands zur NATO und zur EU erfüllen, ohne jedes Mal neu anfragen zu müssen. Doch wie das Verfassungsgericht im Mai 2008 wieder klargestellt hat, darf das Parlament selbst dann nicht übergangen werden, wenn etwa AWACS-Aufklärungsflugzeuge im Rahmen der NATO-Solidarität “Routineflüge” unternehmen, zugleich aber konkrete Anhaltspunkte dafür vor liegen, dass die darin mitfliegenden Bundeswehrsoldaten in Kampfhandlungen verwickelt werden können. (weiter…)

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