7.366 km bis Peking – 127 Bundeswehr-Sportler auf Olympia-Mission in China
von Dirk ~ 29. Juli 2008. Zu lesen unter: Bundeswehr, Sportförderung.
440 Mitglieder des deutschen Olympia-Teams sind für die XXIX. Olmpischen Sommerspiele 2008 vom 08.-24. August in Peking/China durch das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) benannt. Davon sind 127 Angehörige der Bundeswehr.
Die 127 nominierten Bundeswehr-Sportler sind aufgeteilt in folgende Disziplinen:
Badminton (2), Beachvolleyball (2), Boxen (3), Fechten (6), Fußball (5), Gewichtheben (4), Hockey (3), Judo (3), Kanu (2) und Kanurennsport (8) und Kanuslalom (5), Leichtathletik (19), Moderner Fünfkampf (2), Radsport (3), Ringen-Freistil (3), Rudern (10), Schießen (9), Schwimmen (7), Schwimmen/Springen (8), Segeln (1), Taekwondo (3), Tischtennis (4), Triathlon (3), Turnen (5) und Wasserball (6).
Die Spitzensport-Soldaten kommen aus der Bundeswehr-Streitkräftebasis, den Sportfördergruppen in Appen, Berlin, Bruchsal, Franfurt/Oder, Frankenberg, Köln, Mainz, Neubiberg, Oberhof, Potsdam, Rostock, Sonthofen, Stuttgart, Todtnau und Warendorf.
Sportlicher Vorlauf bei der Bundeswehr
Die Bundeswehr ist einer der größten Förderer des Hochleistungssports in der Bundesrepublik Deutschland. Im Rahmen der Spitzensportförderung der Bundeswehr stellt sie für Sportler optimale Bedingungen für ihre athletische und berufliche Laufbahn sicher. Es gibt keinen Spitzenverband des Deutschen Olympischen Sportbundes, der nicht von der Spitzensportförderung der Bundeswehr profitiert. Individuelle fachliche Betreuung wird durch den jeweiligen Verband oder die Leistungszentren des Deutschen Sports, insbesondere die Olympia-Stützpunkte, sichergestellt.
Eine zweimonatige militärischen Grundausbildung soll jede/r Sport-Soldat/in durchlaufen. Die Zeit in den Sportfördergruppe umfasst zeitlich cirka 70 Prozent sportlichen Anteil (Training/Wettkampf) und etwa 30 Prozent die militärische Aus- und Weiterbildung der Soldaten.
Grundsätzlich sind die Bundestrainer oder von den Spitzenverbänden beauftragten Trainer fachlich für das dienstliche Training beziehungsweise den Wettkampf verantwortlich. Die Trainings- und Wettkampfpläne werden der jeweiligen Sportfördergruppe übermittelt. Diese kann dann die militärischen und sportlichen Belange des Sportlers aufeinander abstimmen.
Ein deutscher Bundestrainer für Kanu- und Kanurennsport war Prof. Josef Capousek, der ab 2005 die chinesische Kanu-Nationalmannschaft in China trainierte, jedoch 44 Tage vor Beginn der Olympischen Spiele vom chinesischen Sportministerium als Trainer abgesetzt wurde. Als deutscher Bundestrainer hatte Josef Capousek mit seinen deutschen Sportlern allein 18 olympische Goldmedaillen gewonnen. ‘Sportinstrukteure’ des chinesischen Militärs übernahmen im Juni die Trainer-Position und werden das chinesische Kanu-Nationalteam in die Olympischen Spiele führen.
Josef Capousek hat nach seinem deutschen erfolgsgekrönten Vorbild, mit dem er auch Bundeswehr-Sportler/innen für Medaillenplätze trainierte, versucht, den Stil des chineischen Trainings und des Umgangs mit den Sportleren zu ändern. Er wollte den chinesischen Sportlern Selbstverantwortung und Selbstdisziplin beibringen, damit sie bewusster und motivierter trainieren. “Die Qualität des Trainings wird dadurch besser”, sagt Capousek, “die Sportler sollten morgens aufwachen und sagen, “ich will” und nicht, “ich muss” – und ich hatte auch Erfolg damit.” Die Funktionäre waren anderer Meinung. “Sie glauben, ein chinesischer Sportler müsse immer beaufsichtigt und kontrolliert werden, er braucht Druck und Disziplin.”
In dem Video ‘iiberty talk’ spricht Josef Capousek über seine Erfahrungen und Begegnungen und Eindrücke im Olympialand 2008, der 1,4 Milliarden Menschen Nation China. Josef Capousek – MyVideo
Bundeswehrsportler haben bereits bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin einen Hauptteil der Medaillen für Deutschland gewonnen. Im deutschen Team bestehen in Peking 2008 22 ernsthafte Goldhoffnungen, die den nach 1992 eingesetzten Abwärtstrend bei der Medaillenausbeute stoppen wollen. In Athen bei den Olympischen Sommerspielen 2004 gab es zuletzt 49 Medaillen – 13 Mal Gold, 16 Mal Silber und 20 Mal Bronze, was für Platz sechs im Medaillenspiegel reichte.
Insgesamt nehmen 205 Nationen mit etwa 10.500 Athleten an den Olympischen Spielen teil, es sind die ersten Olympischen Spiele, die in der Volksrepublik China stattfinden.
In Peking rechnen vor allem die Damenauswahl der Fußballer (5 Bw-Sportlerinnen), die Kanuten (15 Bw-Sportler/innen) und die Leichtathleten (19 Bw-Sportler/innen)Â mit Gold. Diese Disziplinen werden zu einem großen Teil durch Bundeswehrsportler vertreten.
Von Berlin nach Peking ist die Distanz 7.366 km, die Streikenden der Deutschen Lufthansa haben versprochen, dass Flüge zu den Olympischen Spielen nicht betroffen sein werden, erste Sportler reisten bereits am 24. Juli Richtung China.
“Ganz Deutschland drückt ihnen die Daumen”
45 Sportler folgten am 26. Juli, stellvertretend für die insgesamt 440 deutschen Olympioniken, der Einladung des Bundespräsidenten ins Berliner Schloss Bellevue. Prof. Dr. Horst Köhler nahm sich Zeit für die Sportler. Die Verabschiedung war Auszeichnung und Motivation zugleich.
Trotz der 30 Grad Celsius im Schlosspark sprach Köhler nach seinem Grußwort an die deutschen Mannschaften der Olympischen und Paralympischen Spielen 2008: “Ganz Deutschland drückt ihnen die Daumen, dass sie erreichen, was sie sich vorgenommen haben. Sie sollen wissen: Wir sind stolz auf unsere Teams. Ihnen allen eine gute Reise und viel Erfolg.” sprach er mit jedem Sportler einzeln. Bundespräsident Köhler selbst wird nicht zu den Spielen nach Peking reisen.
Der Präsident des DOSB, Dr. Thomas Bach, brachte Horst Köhler ein besonderes Geschenk mit: den deutschen Medaillenanzug mit der Aufschrift ‘Horst Köhler – Bundespräsident’. Köhler ließ es sich nicht nehmen, das Trikot gegen sein Jackett zu tauschen und sich so unter die Sportler zu mischen.
Mit kühlen Getränken stießen das Staatsoberhaupt und die Sportler auf die GOLD-Mission in Peking an. Unter ihnen befanden sich auch Bundeswehrsportler, wie z.B. Kanutin Katrin Wagner-Augustin. Die Sportler/innen unterbrachen teilweise ihre Trainingslager, um der Einladung des Bundespräsidenten folgen zu können.
Die aktuelle Fassung des Olympischen Eides lautet:
“Im Namen aller Athleten verspreche ich, dass wir an den Olympischen Spielen teilnehmen und dabei die gültigen Regeln respektieren und befolgen und uns dabei einem Sport ohne Doping und ohne Drogen verpflichten, im wahren Geist der Sportlichkeit, für den Ruhm des Sports und die Ehre unserer Mannschaft.”Â
(Bildquellen und Textauszüge: Bundeswehr.de, Steitkräftebasis.de, Bundespräsident.de, StiftungLiberalesNetzwerk.de, OlympiaPeking2008.cn, DOSB.de)























