Bundespräsident bei der Marine
von Dirk ~ 17. Juli 2008. Zu lesen unter: Marine.Leutnant zur See

Bundespräsident Horst Köhler (Leutnant des Heeres*) ist seit gestern ein patentierter Uboot-Fahrer und damit nun auch ein Leutnant zur See. Der Besuch beim Marinestützpunkt Eckernförde, beim 1. Ubootgeschwader der Einsatzflottille 1, bei den Spezialisierten Einsatzkräften Marine (SEK M) und viele Gespräche mit allen Dienstgradgruppen gaben dem Staatsoberhaupt einen Einblick in das Aufgabenspektrum der Bundeswehr-Teilstreitkraft Marine.

Höhepunkt des Besuchs war die Tauchfahrt auf der U33 der Uboot Klasse 212 A, einem der modernsten U-Boote der Welt mit Hybridantrieb. Mit dem Stander des Bundespräsidenten (Bild oben) ging es hinaus in die Bucht, dann tauchte der Kommandant mit den Ehrengästen an Bord über eine Stunde lang ab.
Der Bundespräsident und Frau Köhler kamen angeflogen mit einem Sea King-Hubschrauber vom Marinefliegergeschwader 5 (MFG5). Trotz Wind und Regenwolken war es ein “sehr sicherer und schöner Flug”, bestätigte der Bundespräsident nach der Landung. In Eckernförde – auf dem gerade aus einem UN-Einsatz heimgekehrten Tender ‘Donau’ – verschaffte sich das Staatsoberhaupt einen Eindruck von der Ausbildung und der Leistungsfähigkeit der Marinesoldaten. In einem vielseitigen Programm zeigten die blauen Jungs und Mädels, was in ihnen steckt: Die Spezialisierten Einsatzkräfte der Marine zeigten einen “Boarding”-Einsatz und Freifallsprünge von Kampfschwimmern. Bei einer Personen- und Fahrzeugkontrolle zeigten die Soldaten der Marineschutzkräfte, wie Hafenanlagen abgesichert werden.
Besonders die Teamarbeit und der Umgang unter den Soldaten hätten ihn beeindruckt, sagte der Bundespräsident später. Aber auch die Probleme durch lange Abwesenheitszeiten während der Auslandseinsätze waren Thema. So klagten Soldaten über Unterschiede bei der Betreuung von verheirateten und nicht verheirateten Paaren. “Hier sind weniger Formalien, sondern mehr Flexibilität gefordert”, sagte der Bundespräsident. Auch das Thema Piraterie wurde diskutiert. “Bei diesem Thema steht eine weitere Debatte bevor. Deutschland muss in der Lage sein, seine Handelsschiffe zu schützen”, so der Bundespräsident. Dabei betonte er die Bedeutung des Schutzes der Handelswege für die langfristigen globalen Interessen Deutschlands als Exportnation.
Horst Köhler besuchte die Marine in Begleitung seiner Ehefrau Eva Luise Köhler im Rahmen seiner Sommerreise mit Regionalbesuchen an Nord- und Ostsee, auch der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen nahm am Marine-Besuch teil.
* Horst Köhler, Jahrgang 1943, leistete ab 1963Â seinen Wehrdienst ab, verpflichtet sich für zwei Jahre bei den Panzergrenadieren (PzGren) und wird Leutnant der Reserve (Lt d.R.).
Den besonderen Bezug zum Bundesland Schleswig-Holstein hat Horst Köhler seit 1981. In diesem Jahr wechselte Dr. Köhler von Bonn nach Kiel und wird Referent des Ministerpräsidenten Gerhard Stoltenberg in der schleswig-holsteinischen Staatskanzlei. Horst Köhler arbeitet sich in die Probleme des strukturschwachen Bundeslandes zwischen Nord- und Ostsee ein und sucht nach Lösungen für Schleswig-Holstein. Die Zusammenarbeit mit dem Ministerpräsidenten wird Köhler prägen. Als Gerhard Stoltenberg 1982 im Zuge des Regierungswechsels Bundesfinanzminister wird, verlässt Köhler Kiel und kommt zurück nach Bonn. Dort arbeitet er im Leitungsstab des Finanzministeriums und wird Leiter des Ministerbüros.
(Bildquelle: Bundeswehr.de/Marine.de
Textauszüge: Bundespräsident.de)
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