Deutscher Oberfeldwebel auf Friedensmission in Afghanistan
von Dirk ~ 1. Juli 2008. Zu lesen unter: Auslandseinsätze, ISAF.
Die Frankfurter Rundschau berichtet heute in einer gelungenen Reportage mit der Überschrift “Bundeswehr in Afghanistan – Auf fremdem Terrain” über den Dienstalltag und die Gefühlswelt eines deutschen Oberfeldwebel (OFw) im ISAF-Einsatz in Afghanistan und weit weg von seiner Familie daheim. Die Erlebnisse sind ganz individuell beschrieben und lassen sich doch übertragen auf die vielen Männer und Frauen, die schon im Bundeswehr-Auslandseinsatz waren und noch sein werden – lesenswert:
“Peter Franke ist Bundeswehrsoldat in Afghanistan – wo jede Ruhe eine trügerische sein könnte. Von einem, der zwischen Krieg und Frieden lebt.
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Wenige Jahre nach Ende des kalten Krieges müssen sich immer mehr Bundeswehrsoldaten auf Missionen in Afghanistan und Bosnien, im Kosovo und am Horn von Afrika sowie vor der Küste des Libanons vorbereiten. Weil Politiker sich für derartige Missionen entschieden, sind rund 7200 von ihnen ständig im Ausland bei Einsätzen mit sperrigen Namen wie Isaf, Kfor, Eufor und Unifil. Rund 250 000 taten bereits in fremden Ländern Dienst mit dem Auftrag, Konflikte zu lösen oder, Nationen aufzubauen und Frieden zu wahren.”
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Es graut über Afghanistan, als Franke an diesem Morgen seine nächste Patrouille vorbereitet. 14 deutsche Isaf-Soldaten stehen im Halbkreis um ihn herum. Die Luft riecht frisch. Gerade geht die Sonne auf und beleuchtet die Bergketten am Horizont. Ein Postkarten-Idyll – wären da nicht die hohen Kasernen-Mauern und der dichte Stacheldraht. Und wäre da nicht der kurze Bericht Frankes. In der Nacht zuvor sei wenige Kilometer entfernt ein französischer Hubschrauber beschossen worden. Afghanistan, Kriegsgebiet. Und Deutschland mittendrin. Der Feind kann hier überall sein. Franke liest Kennzeichen von Autos vor, auf die zu achten ist.
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An diesem Tag nun sollen die deutschen Isaf-Soldaten mit afghanischen Polizisten an der Straße von Kabul zum nördlich gelegenen Baghram einen Kontrollpunkt errichten. Franke legt ein rot-weißes Band auf den sandigen Boden. Mit flachen Holzklötzchen zeigt er, an welcher Stelle er während der Straßensperre die Dingos stehen haben will und wo die Fahrzeuge gestoppt werden sollen. “Noch Fragen?” Kopfschütteln. “Aufsitzen!”
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Mindestens einmal pro Woche versucht Oberfeldwebel Franke, mit seiner Familie zu telefonieren. “Für sie ist die Trennung viel schwieriger – vor allem für meine Tochter”, sagt er. Zwei Teddys sollen helfen, die Zeit zu überbrücken. Einen hat Franke seiner Tochter vor der Abreise gegeben. Den anderen hat er mitgenommen. Er sitzt etwas verloren in Frankes Zimmer. Manchmal nimmt ihn der Soldat in die Hand und knufft ihn zärtlich.”
(Textquelle der Reportage-Auszüge: Frankfurter Rundschau;
Bildquelle: Bundeswehr / René Marco Frank)
Anmerkung: Der deutsche ISAF-Soldat im Bild ist nicht personenidentisch mit OFw Peter Franke.





















