Neuer Amtschef im Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr

von Dirk ~ 19. März 2010

Der Amtschef des Streitkräfteamtes (SKA), Generalmajor Thomas Wollny, wird Montag kommender Woche im Rahmen eines feierlichen Übergabeappells im Potsdamer Nikolaisaal das Kommando über das Militärgeschichtliche Forschungsamt (MGFA) vom bisherigen Leiter, Oberst Dr. Hans Ehlert, an Oberst Dr. Hans-Hubertus Mack übergeben. Gleichzeitig wird Oberst Dr. Ehlert in den Ruhestand versetzt.

Das MGFA ist die zentrale Forschungseinrichtung des Bundes und der kompetente Ansprechpartner für alle Fragen der Militärgeschichte. Am attraktiven und militärgeschichtsträchtigen Standort Potsdam, der Landshauptstadt Brandenburgs vor den Toren Berlins, in der Villa Ingenheim in der Zeppelinstraße betreibt das MGFA seine international anerkannte militärhistorische Grundlagenforschung mit Schwerpunkt auf dem Zeitalter der Weltkriege sowie der Militärgeschichte der Bundesrepublik und der DDR. Es schafft dabei die Grundlagen für die historische Bildung und leistet den maßgeblichen Beitrag zur Traditionsbildung innerhalb der Streitkräfte. Die Weiterentwicklung der Inneren Führung und die Bereitstellung von historischem Orientierungswissen sind sein Beitrag zur Transformation der Bundeswehr.

Das MGFA ist truppendienstlich dem Streitkräfteamt (SKA) in Bonn unterstellt. Das SKA zählt zu den ältesten Dienststellen der Bundeswehr und nimmt in zentraler Stellung viele Aufgaben aus den unterschiedlichsten Bereichen für die Streitkräfte und die Bundeswehr insgesamt wahr. Dazu gehört vor allem die Führung von mehr als 120 militärischen Dienststellen im In- und Ausland, die dem Ämterbereich, Ausbildung und Forschung und nationaler Vertretung zuzuordnen sind. Die Fachaufgaben des Amtes reichen von Informations- und Medienarbeit über den Psychologischen Dienst bis zur Reservistenarbeit, von Betreuung und Fürsorge über Controlling bis zum Geheimschutz oder der Erstellung und dem Versand von Dienstvorschriften bis zur Infrastruktur der Streitkräfte.

Zu dieser Feierstunde werden rund 800 Gäste aus Politik, Wirtschaft, dem Umfeld des MGFA und der Bundeswehr erwartet. Die Veranstaltung wird durch das Luftwaffenmusikkorps 4 aus Berlin unter der Leitung von Oberstleutnant Dr. Christian Blüggel musikalisch umrahmt.

Hintergrundinformationen, Bilderquelle; Textauszüge: Militärgeschichtliches Forschungsamt



“Green Zone” mit Matt Damon und Colin Powell (Videos)

von Dirk ~ 19. März 2010

Wenn dreiste Lügen Kriegseinsätze rechtfertigen sollen
und Soldaten ihre Arbeit tun müssen

 Soldatenglück Kultur

 

Green Zone, die Wortschöpfung kommt aus der militärischen Sprache. Die “Grüne Zone” ist das 10 qkm große Areal im Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad (Karte unten), das die irakische Übergangsregierung beherbergte und das auch weiterhin Zentrum internationaler Präsenz bleibt. Der offizielle Name, der der Fläche von der irakischen Interimsregierung gegeben wurde, lautet “Internationale Zone”, dennoch wird das Areal weiterhin meist als “Grüne Zone” bezeichnet.

In den Irak marschierten im Jahr 2003 Koalitionstruppen ein, weil Massenverichtuungswaffen/chemische Kampfstoffe sich im Besitz des Regimes von Sadam Hussein befinden sollten. Der damalige U.S.-Außenminister Colin Powell hat im Februar 2003 vor dem UN-Sicherheitsrat einen Bedrohungsvortrag auf angeblichen Fakten basierend vorgestellt (Video unten), hinter ihm links sitzend der damalige CIA-Direktor George Tent. Wenige Jahre später schämte sich der ehemalige US-General Powell für die Geschichte aus 1001 Nacht auf Geheiß des Oberbefehlshabers, Präsident George W. Bush, und bezeichnete seinen denkwürdigen Auftritt vor dem Weltsicherheitsrat als “Schandfleck” in seiner Karriere.
Den Job im Irak -und andernorts – machen bis heute befehlsgemäß Soldaten, im Kinofilm Green Zone, der auch in Deutschland anläuft, wird der Offizier Roy Miller, dargestellt von Matt Damon mit einer Spezialeinheit beauftragt, diese Massenvernichtungswaffen aufzuspüren und als Beweis zu sichern, aber es lassen sich einfach keine finden.

US-Armee-Offizier Roy Miller (Matt Damon, Bild oben) und sein Team sind kurz nach der Eroberung Bagdads 2003 in den besetzten Gebieten im Einsatz. Um einer gefährlichen Spur zu folgen, müssen sie die Sicherheit der sogenannten “Green Zone” weit hinter sich lassen. Doch der Einsatz läuft nicht wie geplant, und bald kommen Zweifel auf, die das eigentliche Ziel in Frage stellen.
Gemeinsam mit der Washington-Post-Korrespondentin Lawrie Dayne (Amy Ryan) deckt Miller eine gefährliche und raffinierte Verschwörung in den eigenen Reihen auf. Er wird zum Gejagten, und inmitten eines brutalen Sperrfeuers beginnt ein packender Kampf um die Wahrheit und ums Überleben.
Nach ihrer extrem erfolgreichen Zusammenarbeit bei den letzten beiden “Bourne”-Filmen haben sich Superstar Matt Damon und Regisseur Paul Greengrass erneut verbündet und machen in GREEN ZONE die Wirren des Krieges zum Actionthriller. Basierend auf Rajiv Chandrasekarans preisgekröntem Buch bietet der Film einen Blick hinter die Kulissen der Irakbesatzung. Paul Greengrass ist mit GREEN ZONE eine haut- und realitätsnahe Actionachterbahnfahrt gelungen – ein knallharter, atemloser Polit- und Agentenkrimi, bei dem die Grenzen zwischen Fiktion und Wahrheit genauso verschwimmen wie die zwischen Feind und Freund.

dradio schreibt über die Kinofilm-Handlung: “Mehr und mehr schwant es dem engagierten, kompetenten Fachoffizier Miller, dass hier etwas überhaupt nicht stimmt. Dass man hier zum Narren gehalten, zum Spielball der Interessen der Mächtigen wird. Dass diese “Kriegskoalition der Willigen” ein gigantischer amtlicher Bluff “für ganz andere Interessen” ist. Kurzum: Dass in den eigenen Reihen ein ganz und gar “falsches Politik-Spiel” gespielt wird. Fortan recherchiert und handelt Miller auf eigene Faust und kommt einer üblen Verschwörung auf die Spur, bei der sich “gute” Amis gegen “böse” Amis im Irak duellieren, in die Quere schießen, aufeinander losdreschen”
und Colin Powell erzählte das (Video unten) am 05. Februar 2003 vor dem United Nations Security Council:

 

“Der dazugehörige, in Spanien, Marokko und den USA gedrehte Film, ist eine großartige unterhaltsame Bitterkeit. Sozusagen: Coca Cola-Zynismus-pur …” , schreibt dradio weiter. Eine solche weniger unterhaltsame Bitterkeit macht sich mehr und mehr auch bei deutschen Bundesehr-Soldaten breit.

(Videoquellen: YouTube.com;
Textauszug kursiv: dradio.de;
Kartenquelle: U.S. House of Representative.gov;
Filmposter, Bildquelle, Filmbeschreibung: Universal Pictures.com)

Hintergrundinformationen zum Film: Green Zone.com

Bild des Tages – Die Ehre eines verdienten Soldaten (Videos)

von Dirk ~ 19. März 2010

“Sag beim Abschied leise Servus, nicht Lebwohl und nicht Adieu, diese Worte tun nur weh” - man sieht sich immer zweimal im Leben

Abschied nehmen (von Xavier Naidoo, Söhne Mannheims)

 

Wolfgang Schneiderhan bei der Truppe, bei seinen Soldaten

 

(Bildquelle: Bundeswehr.de, Großer Zapfenstreich beim Benlderblock des BMVg-Dienstsitzes Berlin anlässlich “des Ausscheidens” von Generalinspekteur General Wolfgang Schneiderhan und des BMVg-Staatssekretärs Dr. Peter Wichert am 03. Dezember 2010, der Mann in der Mitte ist der, der es verzapft hat. Aus dem BMVg-Artikel “Großer Zapfenstreich für General Schneiderhan und Staatssekretär Dr. Wichert”
Videoquellen: via YouTube, Nutzer PzH2000, Oberstleutnant Werner Klaffus, 13. DEU-Einsatzkontingent KFOR),meldet dem Generalinspekteur der Bundeswehr, General Wolfgang Schneiderhan, auf einem Beobachtungsposten im Kosovo, nahe der albanischen Grenze)

VM KTz Guttenberg erläutert die Umstellung auf W6 (Video)

von Dirk ~ 17. März 2010

 

Die Eckpunkte für den künftigen auf sechs Monate verkürzten Wehrdienst
Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) nennt am 17. März 2010 im Deutschen Bundestag am Rande des Plenums die wesentlichen Grundzüge des Wehrdienstes, der wörtlich “sechs bestens genutzten Monate für junge Menschen …”, die jetzt mit dem Parlament abgestimmt werden sollen. Die Medienvertreter fragen nach und KTzG pariert. (ungeschnittene Rohversion)
Daneben steht übrigens des Ministers BMVg-Presse-Hauptfeldwebel (Lw), guter Mann.
Soldatenglück.de berichtete heute zum Thema: “Guttenberg: 6 Monate Wehrdienst ab 01. Oktober 2010 – Wehrbeauftragter Robbe kritisch (Video)”

Dieses Video hat der “Augen geradeaus” Blog-Kollege, der hauptberufliche FOCUS Journalist Thomas Wiegold, aufgenommen und bei YouTube eingestellt. Gruß und Dank an Thomas Wiegold!

(Videoquelle: via YouTube von twiegold)

“Sterben für Afghanistan – Deutschland im Krieg” von Stefan Aust und Claus Richter (Videos)

von Dirk ~ 17. März 2010

In der ZDF Frontal 21-Dokumentation “Sterben für Afghanistan – Deutschland im Krieg” analysieren die Autoren Stefan Aust und Claus Richter die Situation der Bundeswehr in Afghanistan zu Beginn des Jahres 2010, begleiten deutsche und amerikanische Soldaten in der Region Kunduz, schildern die Geschichte des Einsatzes und untersuchen neue Überlegungen der Bundesregierung über die Zukunft der deutschen Militärpräsenz am Hindukusch.
Soldatenglück.de kündigte die Ausstrahlung an und viele User kommentierten die realitätsnahe Dokumentation.

 

 

Der US-amerikanische Soldat Patrick Potts in der ZDF-Dokumentation ist bei unseren Bundeswehr-Soldaten als guter Kamerad bekannt, das Foto zeigt Patrick Potts 2009 mit SU d.R. Oli Kisse vom deutschen Kontingent DSO in Frankreich in der Normandie bei den Feierlichkeiten des historischen D-Day. Soldatenglück.de berichtete über den 65. Jahrestag des D-Day als versöhnliche, kameradschaftliche Begegnung der Nationen.

 

Kamerad Patrick Potts von den US-Streitkräften berichtet SU d.R. Kisse und Fw d.R. Waxmann von der Bundeswehr vom eben absolvierten Fallschirmabsprung anlässlich der Feierlichkeiten des D-Day am 65. Jahrestag.

 

 

 (Videoquelle: ZDF via YouTube, Dank an den YouTube-Nutzer “nasenstaub” und dem Soldatenglück.de-Nutzer “Diego”;
Bilderquelle: Stabsunteroffzier d.R. Oliver Kisse, Danke nach Duisburg/NRW auch dafür)



Zwischen Vergnügen und Abhängigkeit: Der schmale Grat zur Onlinesucht

von Dirk ~ 17. März 2010

40 Prozent der Deutschen können auf private Internetnutzung nicht verzichten

Vier von zehn Deutschen sind der Meinung, auf privates Surfen im Netz auf keinen Fall zwei Wochen lang verzichten zu können. Acht von Zehn sind in ihrer Freizeit mindestens fünf Mal in der Woche im Internet unterwegs. Dabei ist der Grat zwischen Vergnügen und Abhängigkeit schmal. Vor allem von Online-Spielen und sozialen Netzwerken geht erhöhte Suchtgefahr aus, weil sie dazu verleiten, sich in virtuelle Welten zu flüchten und ständig online zu sein. Deutlich weniger gefährlich sind dagegen die kleinen Besorgungen im Netz wie Bankgeschäfte oder Reisebuchungen. Etwa sieben Prozent der Internetnutzer gelten mittlerweile als süchtig, ebenso viele als stark gefährdet. Die Folge von exzessivem Computerkonsum: Wer viele Stunden am PC verbringt, hat weniger Zeit für andere Dinge. Soziale Beziehungen zu Freunden und Partnern leiden darunter. Gleichzeitig gefährdet das stundenlange Sitzen die Gesundheit. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a. G. unter 1.500 Bundesbürgern.

Besonders der Bewegungsmangel aufgrund vieler Stunden vor dem PC führt dabei zu gesundheitlichen Beschwerden, wie Übergewicht und Rückenproblemen. Außerdem kann durch die ständige Überbeanspruchung der Augen das Sehvermögen nachhaltig geschädigt werden. “Exzessiver Computerkonsum ist von einem reinen Freizeitvergnügen zu einem echten Problem geworden, das nicht unterschätzt werden darf”, warnt Frank Grunwald, Gesundheitsexperte beim Deutschen Ring. “Kindern und Jugendlichen sollte deshalb frühzeitig der verantwortungsvolle Umgang mit dem PC, Spielkonsolen und anderen Medien beigebracht werden”, so Grunwald.

Klassische Suchtstoffe nach wie vor gefährlich

Doch auch wenn der Medienkonsum in Deutschland zunehmend problematisch ist, gehen die größten Gefahren immer noch von den klassischen Suchtstoffen, wie Tabak und Alkohol aus. Sie spielen im Alltag vieler Menschen nach wie vor eine große Rolle. Jeder dritte Deutsche raucht mindestens fünf Mal pro Woche. Drei von zehn Rauchern sind sogar der Meinung, nicht einmal für kurze Zeit auf den Glimmstängel verzichten zu können. Ähnlich alarmierend ist der Alkoholkonsum. 15 Prozent der Bundesbürger trinken mehrmals die Woche Alkohol. Für jeden Zehnten ist es unmöglich, zwei Wochen ohne auszukommen. Kritisch ist der Umgang mit den Suchtmitteln vor allem, wenn versucht wird, damit Stress oder Anspannung auszugleichen.

Wann Genuss zur Sucht wird

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Guttenberg: 6 Monate Wehrdienst ab 01. Oktober 2010 – Wehrbeauftragter Robbe kritisch (Video)

von Dirk ~ 17. März 2010

von 9 auf 6 Monate,
kein Versuchsballon, W6 gilt

 

Die weitere Verkürzung der Wehrpflicht auf 6 Monate ist im Koalitionsvertrag festgeschrieben mit dem Zieldatum: Umsetzung ab 01.01.2011. Diese erneute Pflichtdienst-Verkürzung von neun auf sechs Monate ist als Entgegenkommen der CDU/CSU auf die FDP zu werten, die die Wehrpflicht bedauerlicherweise abschaffen will. Die Bundeswehr muss nun – wie so oft – sehen, wie sie damit balancierend umgeht, die Planungen im BMVg sind weit fortgeschritten, an der Grundausbildung wird festgehalten, sie soll von 3 Monaten um Eindrittel auf 8 Wochen verkürzt werden, kann TSK-abhängig und flexibel auch 12 Wochen lang sein, die Angebote für freiwillig länger Dienende (FWDL´er) sollen kompensierend ausgebaut werden. 

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der eine Vielzahl von Baustelllen unter öffentlichem und Zeit-und Handlungsdruck zu bearbeiten hat, sagte gegenüber dem ARD, er plane, die zum 01. Oktober diesen Jahres einzuberufenden Wehrpflichtigen als W6er nach bereits sechs Monaten wieder zu entlassen, damit W6 früh umzusetzen. Die Auswirkungen auf den Zivildienst sind damit klar, auch in diesem Bereich muss auf 6 Monate verkürzt werden.

Zu W6 äußert sich der noch amtierende, erfahrene Wehrbeauftragte Robbe im heutigen Kölner Stadt-Anzeiger kritisch:
Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), hat sich kritisch zur geplanten Verkürzung des Wehrdienstes von neun auf sechs Monate geäußert. “In der Truppe wird die Verkürzung überwiegend sehr skeptisch gesehen, weil man dort im Augenblick noch nicht erkennen kann, in welche Richtung das Ganze gehen soll”, sagte er dem “Kölner Stadt-Anzeiger”. Nach seiner Auffassung müsse zumindest “gewährleistet sein, dass die jungen Männer, die künftig für sechs Monate eingezogen werden, darin eine Sinnhaftigkeit erkennen können.” Robbe sieht ein zunehmendes Problem auch in der demographischen Entwicklung und der schwieriger werdenden Personalauswahl in der Truppe. Wörtlich erklärte er: “Die Qualität der Bewerber nimmt ab.”

(Textauszug kursiv: Kölner Stadt-Anzeiger.de;
Videoquelle: ZDF via YouTube.com;
Bilderquelle: Bundeswehr.de, VM KTzG beim SKB-Besuch in Grafschaft-Gelsdorf; Rekruten in der Grundausbildung, Absolvieren der Hindernisbahn)

Bundeskanzler Helmut Schmidt und Verteidigungsminister zu Guttenberg sprechen über den Afghanistan-Einsatz (Videos)

von Dirk ~ 16. März 2010

Bundeswehr im Einsatz: Krisenherd Afghanistan

Die Atlantik-Brücke veranstaltete ein Gespräch mit dem Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt und dem Bundesminister der Verteidigung, Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, zu dem Thema “Bundeswehr im Einsatz: Krisenherd Afghanistan”. Moderiert wurde das Gespräch, das am 12 .März 2010 in der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU-HH) stattfand, vom Vorsitzenden der Atlantik-Brücke, Friedrich Merz.

 

 

 

 

 

 

Soldatenglück.de berichtet oft und regelmäßig über Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt, der als Offizier (OLt) der Luftwaffe den Zweiten Weltkrieg erlebt hat.

(Videoquelle: PHOENIX via YouTube;
Bildquelle: Atlantik Brücke.org)

Das Echo auf den Bericht des Wehrbeauftragten und die Amtszeit von Reinhold Robbe

von Dirk ~ 16. März 2010

Soldaten-Anwalt

Mit seinem letzten Jahresbericht als Wehrbeauftragter hat Reinhold Robbe die Messlatte für seinen Nachfolger sehr hoch gelegt und zugleich dem FDP-Politiker Helmut Königshaus den Weg in dieses wichtige Amt honorig geebnet: Statt den vielen Bitten zu folgen, gegen ihn in eine Kampfabstimmung einzutreten, verzichtet Robbe. Damit will er die geringste Beschädigung vom künftigen Wehrbeauftragten fern halten. Das passt zu Robbe, dem einstigen Kriegsdienstverweigerer, dem die Soldaten ans Herz gewachsen sind. Mit unangemeldeten Truppenbesuchen und Tausenden Eingaben verschaffte er sich genau das ungefilterte Bild, das sich der Bundestag von diesem Aufpasser-Amt verspricht. Und er übt zielgenaue Kritik: Die Soldaten leisteten insgesamt zwar einen “großartigen Job”, doch laufe vieles falsch. Auch in Afghanistan. So wissen wir jetzt, dass die Soldaten keine optimale ärztliche Versorgung haben, dass der zuständige Inspekteur für sein Versagen gefeuert gehört und die Fahrer ohne Spezial-Ausbildung in die gepanzerten Fahrzeuge steigen. Robbes Mängelpunkte sollten für den Verteidigungsminister Grund genug sein, nicht erst auf seine neue Kommission zu warten, sondern bei vielem schon jetzt einzugreifen.

Kommentiert die Rheinische Post aus Düsseldorf.

(Textquelle: Rheinische Post.de)

Der Truppe wirklich nah

Reinhold Robbe war ein guter Wehrbeauftragter Auf Reinhold Robbe konnten sich die Soldaten verlassen. Er hatte die Funktion des Wehrbeauftragten nicht nur auf dem Papier inne – Robbe war der Truppe wirklich nah. Ein kritischer Geist am richtigen Platz, ein Korrektiv für Fehlentwicklungen in der Bundeswehr. Einer, der für die Sorgen und Nöte der Soldaten stets ein offenes Ohr hatte. Respekt wird dem Sozialdemokraten sogar aus den Reihen seiner politischen Gegner entgegen gebracht. Dennoch, er muss sein Amt aufgeben. Die schwarz-gelbe Koalition versagt Robbe die Wiederwahl. Es wäre ein Gewinn für die Streitkräfte gewesen, wenn er über die Grenzen zwischen Regierung und Opposition hinweg erneut zum Wehrbeauftragten gewählt worden wäre. Das sollte nicht sein. Schade. Gegen Ende seiner Amtszeit zieht Robbe nun ein beunruhigendes Fazit. Weiterhin fehlt es der Truppe an Material für die Auslandseinsätze, an geschützten Fahrzeugen, Hubschraubern, Transportflugzeugen. Schlimmer noch: an Ärzten. Alarmierend ist, dass diese Klagen Jahr für Jahr wiederkehren. Die flexible Antwort auf neue Herausforderungen ist nicht die Stärke der politischen und militärischen Führung. Deshalb ist Robbes Forderung nach personellen Konsequenzen gerechtfertigt. Und wichtig ist auch, dass Sicherheitspolitik nicht nach Kassenlage gemacht werden darf. Die Bundeswehr ist leider noch immer ein Tanker, der seinen Kurs nur langsam ändert. Der Wandel von der Armee der Landesverteidigung hin zur Armee im Einsatz ist noch längst nicht vollzogen. Also gibt es auch für künftige Wehrbeauftragte noch alle Hände voll zu tun.

Kommentiert Jörg Fleischer in der Westfalenpost aus Hagen.

(Textquelle: Westfalenpost.de)

Starke Truppe?

Von Christian Altmeier Reinhold Robbe weiß, wo die Soldaten der Stiefel drückt – und vor allem, wie sehr. Die Bundesregierung sollte seinen ungewöhnlich kritischen Abschiedsbericht daher äußerst genau lesen. Denn der Wehrbeauftragte konzentriert sich darin besonders auf die Missstände, die Leib und Leben der Soldaten ernsthaft beeinträchtigen können. Anspruch und Wirklichkeit klaffen bei der Bundeswehr noch immer weit auseinander. Aus der großen, stehenden Verteidigungsarmee von einst ist noch längst keine flexible und moderne Einsatztruppe geworden. Auszubaden haben dies die Soldaten, die mangelhaft vorbereitet und schlecht ausgerüstet in gefährliche Einsätze ziehen müssen. Werden sie dort verwundet oder traumatisiert, fehlt es auch noch an Ärzten, um sie angemessen zu behandeln. Zwar lassen sich hunderte Mediziner nicht über Nacht ausbilden. Doch kritisiert Robbe diesen Mangel, ebenso wie viele der anderen Missstände, seit nunmehr fünf Jahren – und ist zu Recht verärgert, dass es seitdem keine wesentlichen Verbesserungen gegeben hat. Schuld daran ist wohl auch ein weiteres Übel, dass der Wehrbeauftragte anprangert: Die lähmende Bürokratie und überkommene Organisationsform der Bundeswehr. Hier sollte die Politik ansetzen, damit Robbes Nachfolger Hellmut Königshaus im kommenden Jahr zumindest in einigen Punkten melden kann: Auftrag erledigt.

Kommentiert die Rhein-Neckar-Zeitung aus Heidelberg den Bericht des Wehrbeauftragten.

(Textquelle: Rhein-Neckar-Zeitung.de)

Die Bundeswehr hat alarmierende Defizite

Zum Abschied hat der Wehrbeauftragte kräftig hingelangt. Weil seine Berichte in den vergangenen fünf Jahren weitgehend auf taube Ohren gestoßen sind, hat Reinhold Robbe nun eine schonungslose Analyse mit markigen Formulierungen bis hin zur Rücktrittsforderung gegenüber dem Inspekteur des Sanitätswesens vorgelegt. Als Anwalt der Soldaten kann und darf er sich das Desinteresse nicht bieten lassen. Auch die letzte Zustandsbeschreibung des SPD-Politikers, der sein Amt bis zuletzt klug und souverän von seiner parteipolitischen Präferenz zu trennen wusste, ist auftragsgemäß ein Mängelbericht. Gerichtet an zwei Adressaten: den Bundestag, der über die Finanzen der Bundeswehr und politisch über deren Einsätze entscheidet, und das Verteidigungsministerium, das für die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte zu sorgen hat. Das Parlament, dessen Armee die Bundeswehr ist, muss sich von ihrem Beauftragten einmal mehr vorhalten lassen, den Soldaten nicht das notwendige Geld zur Erfüllung des von den Abgeordneten selbst erteilten Auftrags zu bewilligen. Ein Kardinalproblem – seit Jahren auch von diesem Wehrbeauftragten als “Unterfinanzierung der Bundeswehr” kritisiert. Dahinter kann sich das Verteidigungsministerium natürlich nicht verstecken. Robbe listet aus seinen persönlichen Erfahrungen bei Truppenbesuchen und den Beschwerdebriefen von Soldaten Strukturprobleme innerhalb der Bundeswehr auf, die ebenfalls seit Jahren weitgehend bekannt, aber durchweg in der Ablage gelandet sind. Wenn er der Ministeriumsspitze vorhält, die Realität in den Streitkräften sei gekennzeichnet durch unklare Führungsstrukturen, Reibungsverluste, veraltete Materialplanung und eine überdimensionierte Bürokratie der Verantwortungslosigkeit, der Paragrafen offenbar wichtiger sind als die Fürsorgepflicht gegenüber den Soldaten, ist auch das nicht neu, wirkt sich aber zunehmend dramatisch aus. Denn eine solche Streitmacht ist weder besonders gerüstet noch motiviert, lebensgefährliche Einsätze wie in Afghanistan zu bestehen. Es ist überfällig, Realitäten und damit unbequeme Wahrheiten nicht länger – wie unter Minister Guttenbergs Vorgänger Jung – zu ignorieren, um eine dominant pazifistische heimische Öffentlichkeit ruhigzustellen. Schon 2007 hatte eine Gruppe von Generalen im Ministerium eine Bilanz der Auslandseinsätze vorgelegt. Ihr Fazit glich dem des Wehrbeauftragten: Mangel an kohärenter Führung, fehlende strategische Planung, bizarre Bürokratie, politisch motivierte Kontrollwut. Morgen blickt wieder alles auf den Kundus-Untersuchungsausschuss. Wenn sich Parlament und Ministerium nur halb so intensiv um die Defizite der deutschen Streitkräfte kümmern würden wie um die Bombardierung der von Taliban entführten Tanklaster, wäre das zumindest der Entschärfung der internen Bundeswehrprobleme dienlich. Die Soldaten warten darauf. Zu recht. Sie haben es verdient, weil sie ihren Kopf hinhalten.

Kommentiert die Berliner Morgenpost.

(Textqulle: Berliner Morgenpost.de)

Mehr Einsätze, mehr Gefahr, weniger Sanitätspersonal und Ärzte – nicht zuletzt zur Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen, die zunehmen, seit das Engagement der Bundeswehr mehr und mehr kriegerischen Charakter angenommen hat: Die Problematik, die der Wehrbeauftragte des Bundestages benennt, ist dabei nur eines der vielen Defizite, die sein Jahresbericht aufzählt. Das ist bedenklich. Denn wer fern der Heimat für deren außenpolitische Handlungsfähigkeit den Kopf hinhält, hat das Recht, Unterstützung zu erhalten, wenn er derangiert zurückkehrt. Bundespräsident Horst Köhler moniert das “freundliche Desinteresse” der Bevölkerung an den Befindlichkeiten der Soldaten. Doch es gibt, das legt der Bericht nahe, auch ein Desinteresse des Staates an der Truppe. Deutschland hat den gedanklichen Schritt vom Verteidigungsauftrag des Kalten Krieges zur Armee im Einsatz nach wie vor nicht vollzogen. Das ist nach Jahrzehnten einer – zurecht – antimilitaristischen Erziehung nicht anders zu erwarten. Doch anstatt die Kritik an einer verstärkt militärisch geprägten Außenpolitik als Zumutung für die Soldaten zu diffamieren, sollten die Verantwortlichen bedenken: Es fehlt an einem klaren politischen Konzept, wann wo – und vor allem – wofür gekämpft werden soll. Auf den Rückhalt, das zu wissen, haben die Soldaten mindestens ebenso Anspruch wie auf ordentliche Ausrüstung.

Kommentiert die Südwest Presse aus Ulm.

(Textquelle: Südwest Presse.de)

Der Bundeswehr gehen die Ärzte aus

Dass ein Wehrbeauftragter die Ausrüstung der Truppe bemängelt, ist nicht neu. Auch dass er unzureichende psychologische Betreuung anprangert, hören wir, seit deutsche Soldaten “in kriegsähnlichen Verhältnissen” Dienst tun. Dass der Aufpasser des Bundestages aber einen ganzen militärischen Organisationsbereich “vor die Wand gefahren” sieht und dem obersten Chef des Zentralen Sanitätsdienstes “klares Versagen” vorwirft, ist neu. Und ungeheuerlich. Aber – leider – nachvollziehbar. Die Bundeswehr benötigt rund 3000 Sanitätsärzte. 600 fehlen ihr. Allein im vergangenen Jahr haben 1300 Mediziner gekündigt – vor allem, weil sie im Zivilleben mehr verdienen, kein Einsatzrisiko haben und nicht von ihren Familien getrennt sind. 130 Ärzte sind ständig auf Auslandsmission. Die gleiche Anzahl bereitet sich zu Hause auf die künftige Aufgabe vor. Noch einmal 130 arbeiten ihren Einsatz ab und machen dann Urlaub. Die Notfall-Versorgung in der Ferne ist vielfach notdürftig: Etliche Ärzte in Uniform haben sich in der Heimat keine Routine in der Behandlung schwerstverletzter Patienten aneignen können. Im Feldlazarett arbeitet oft OP-Personal, das nur wenig aufeinander abgestimmt ist. Es reicht nicht, das alles zu beklagen – der oberste Dienstherr der Parlamentsarmee, der Bundestag, muss handeln. Das gesamte Sanitätswesen gehört auf den Prüfstand. Welchen Sinn machen Bundeswehr-Krankenhäuser noch, wenn etwa in Koblenz eine Spezialabteilung Verbrennungen geschlossen wird? Warum werden nicht viel mehr Soldaten in zivilen Krankenhäusern behandelt? Wenn aber Militär-Kliniken erhalten werden – ist es dann nicht vernünftig, sie doppelt zu besetzen und dann ganze Teams in den Einsatz zu schicken? Oder ist es sinnvoller, von der Bundeswehr bezahlte Ärztegruppen bei zivilen Kliniken anzusiedeln, sie dort vielfältige Erfahrung sammeln zu lassen und dann in Krisengebiete abzukommandieren? Und schließlich: Werden die Militär-Mediziner angemessen bezahlt? Der scheidende Wehrbeauftragte Robbe sagt, für die medizinische Versorgung der Soldaten sei es “nicht mehr fünf Minuten vor, sondern bereits fünf Minuten nach zwölf”. Diese Uhr muss zurückgedreht werden – unsere Soldaten haben ein gesetzliches Anrecht auf Fürsorge.

Kommentiert Wolfgang Radau von der Westdeutschen Zeitung aus Düsseldorf.

(Textquelle: Westdeutsche Zeitung.de)

Paukenschlag

Nimmt man den Bericht des “Anwalts der Soldaten”, ist es ein Wunder, dass Deutschlands Truppe funktioniert. Reinhold Robbe, der Wehrbeauftragte des Bundestags, geht mit einem Paukenschlag. Sein letzter Jahresbericht ist für Bundesregierung und Truppenverwaltung vernichtend. 600 fehlende Militärärzte, lückenhafte Ausbildung für Kampfeinsätze, eine unsensible Verwaltung, die Schwerverwundeten sofort die Auslandszulage kürzt, dazu noch undurchschaubare Führungsstrukturen – die Mängelliste ist schlimmer denn je.

Und sie zeigt: Der zermürbende Afghanistan-Einsatz mit Toten und stundenlangen Gefechten setzt der Bundeswehr zu – was auch die Traumata in der Truppe belegen. 466 Soldaten kamen psychisch gestört vom Auslandseinsatz zurück – fast doppelt so viele wie 2008. Schimmel in Kasernen, zu dicke Feldwebel, die aus den Uniformen platzen – das sind leicht lösbare Probleme im Vergleich zu den Herausforderungen, die der Kampf mit den Taliban darstellt. Robbe hat nach eigenen Angaben in den Streitkräften keinen Einzigen getroffen, der den unseligen Luftschlag von Kundus und den dafür verantwortlichen Obersten kritisiert. Das spricht Bände, wie verzweifelt die Situation am Hindukusch ist. Sozialdemokrat Robbe weicht einem FDP-Mann. Es wäre gut, seine Erfahrung weiter zu nutzen.

Kommentiert die Osnabrücker Zeitung.

(Textquelle: Neue Osnabrücker Zeitung.de)

(Bilderquelle: Bundeswehr.de)

Soldatenglück.de berichtete aus dem Inhalt des Wehrbeauftragten-Berichtes: “Der Jahresbericht des Wehrbeauftragten 2009 ist öffentlich” und “Gewerkschaft der Soldaten über den Anwalt der Soldaten und den Bericht des Wehrbeauftragten” und Reinhold Robbe leistet den Soldatinnen und Soldaten seinen “letzten Dienst” (Videos)

EKD-Ratsvorsitzender Schneider will deutsche Soldaten in Afghanistan besuchen

von Dirk ~ 16. März 2010

Der acting Head of the German Protestant Church gibt den Einsatz-Soldaten am Hindukusch die Ehre

“Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Nikolaus Schneider, will noch in diesem Jahr Deutschlands Soldaten in Afghanistan besuchen. “Ich finde es wichtig, dass die Soldaten auch die Erfahrung machen, wir reden nicht nur über sie, wir reden mit ihnen”, sagte Schneider dem “Weser-Kurier” (Mittwoch-Ausgabe). Aus diesem Grund werde er nach Afghanistan fliegen, um “ein Gefühl für die Situation der Bundeswehr” zu entwickeln. Die entscheidende Frage aus Sicht der Kirche sei, welche Rolle die Soldaten in einer Lehre von einem gerechten Frieden spielen könnte. (Zitatende)

Berichtet der Weser-Kurier aus Bremen.

(Textquelle: Weser-Kurier.de;
Bildquelle: Evaneglische Kirche im Rheinland, EKiRde)

Predigtzitat “Nichts ist gut in Afghanistan” ist nur durchzuhalten, wenn persönliche Überzeugungskraft uneingeschränkt anerkannt wird.

Hintergrundinformationen: Evangelische Kirche Deutchland, EKD.de, Präses Nikolaus Schneider